Hiesige Bänker betrachten den "Goldrausch" mit Skepsis - Keine Panikkäufe in Amberg
Amberg. (sta) Panik und Ausverkaufsstimmung auf dem Börsenparkett, Milliardenverluste von Banken und milliardenschwere Hilfspakete der Regierungen zu deren Rettung. Viele Anleger, die über die Jahre hinweg den Märkten vertraut und auf gute Renditen spekuliert haben, sind ratlos. In der Krise verklärt sich der helle Schein des Goldes. Bänker aber sehen diesen scheinbar sicheren Hafen durchaus kritisch.
Manche Medien sprechen von einem regelrechten Boom nach dem teueren Edelmetall, der zu turbulenten Preissprüngen geführt hat. In Amberg dagegen eher verhaltene Reaktionen. "Die Nachfrage nach Gold ist größer geworden", bestätigt Dieter Meier, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Amberg-Sulzbach. Etliche Kunden hätten in den vergangenen Tagen Gold als mögliche Anlageform wiederentdeckt.
Keine langen Schlangen
Von langen Schlangen an den Schaltern ist aber keine Rede. Dies bestätigt auch Andreas Reindl, Vorstand bei der Volksbank-Raiffeisenbank Amberg. "Es wurde verstärkt gekauft. Manche nehmen, was sie kriegen. Es gab aber keine Panikkäufe", sagt er. Persönlich kann Reindl den Goldrausch nicht nachvollziehen. Denn: "Gold wirft keine Rendite ab. Es gibt weder Zinsen wie bei Festanlagen, noch Dividenden wie bei Aktien oder Mieteinnahmen wie bei Immobilien. Sicher erscheint Gold nur für den, der mit Wertschwankungen von bis zu 30 Prozent leben kann."
Für Sparkassenchef Meier ist die vorbehaltslose Flucht ins Gold, dessen Preis von oft sehr kurzfristig orientierten Entscheidungen auf dem Markt getrieben ist, kein guter Rat. Schließlich stellten die Barren keine konvertible Währung dar wie etwa der wiedererstarkte Schweizer Franken. Der Goldpreis sei stark schwankungsanfällig und abhängig vom Wert des Dollar. Gegen den Kauf von Gold sprächen auch die gerade bei kleineren Beträgen recht hohen Spesen und Gebühren.
Von (sta) |
14.10.2008
| Netzcode: 1568612
Amberg
Goldener Anker im sicheren Hafen
Hiesige Bänker betrachten den "Goldrausch" mit Skepsis - Keine Panikkäufe in Amberg
Sicherheit wieder gefragt
"Man muss schon mit zehn bis 15 Prozent an Mehraufwand rechnen", so Meier. Deshalb sei eine solche Anlageentscheidung auf jeden Fall ganz kritisch und im Gespräch mit einem Berater zu überdenken. Denn: "Der Aufklärungsbedarf ist groß." Generell hat man bei Sparkasse und der Volksbank-Raiffeisenbank notiert, dass jene Kunden, die den Aktienmärkten den Rücken kehren, nun das Thema Sicherheit wieder ganz vorne anstellen. "Da ist man nicht mehr, wie früher, auf das letzte Zehnerl beim Zinssatz aus", so Meier.
Auch sei festzustellen, dass nicht unerhebliche Gelder, die vormals bei Privat- oder Investmentbanken geparkt waren, wieder in die Region zurückfließen. Der Zusammenbruch der isländischen "Landesbanki" wirft Fragen auf. "Unser Geschäftsmodell hat sich - ebenso wie das der Genossenschaftsbanken - bewährt", so Meier. "Der Anleger fühlt sich bei uns sicherer, denn seine Gelder sind geschützt", ergänzt Reindl, der unterstreicht, dass sein Institut keines jener "faulen" Kreditpakete gekauft hat, die die Finanzwelt erschüttern.
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14.10.2008
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Amberg
Goldener Anker im sicheren Hafen
Hiesige Bänker betrachten den "Goldrausch" mit Skepsis - Keine Panikkäufe in Amberg
Vier Prozent aufs Festgeld
Wenn Gold also kein so sicherer Hafen für's Ersparte ist, was raten die Bänker dann? "Wer erstklassige Werte in seinem Aktiendepot hat, der kann bei den aktuellen Kursen über Nachkäufe nachdenken", meint Dieter Meier von der Sparkasse. Auch Andreas Reindl von der Volksbank-Raiffeisenbank favorisiert einen vorsichtigen und diversifizierten Blick auf den Aktienmarkt. Aber: "Eine Sieben oder Acht vor dem Komma bei der Rendite gibt es nicht als risikolose Anlage."
Dann also doch das gute alte Sparbuch? "Für Festgeld auf ein Jahr gibt es derzeit vier Prozent", so Reindl.
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