Verteidigungsanlagen entlang der Grenze kommen vor dem Zweiten Weltkrieg nie zum Einsatz
Waidhaus. (fjo) Mit dem Einmarsch der deutschen Truppen ins Sudetenland endete vor 70 Jahren der Bau vieler Betonbunker beiderseits der bayerisch-böhmischen Grenze. Sie kamen für eine geplante Verteidigung nie zum Einsatz, künden aber von der Zeit des Misstrauens der europäischen Nachbarn zwischen den beiden Weltkriegen.
Nach dem Fall der Grenze lassen sich Spaziergänge durch die ausgedehnten Wälder unternehmen. Dabei können Wanderer immer wieder auf Betonbunker als Überbleibsel einer Verteidigungslinie stoßen, deren Bau 1935 begann.
Großes Archiv
Karl Ochantel aus Vohenstrauß und Werner Kaschel aus Pfrentsch besitzen durch eigene Forschungen und ein großes Archiv bereits viele Informationen darüber. Auf deutscher Seite wurde der Bau für notwendig gehalten, da das Nachbarland und Frankreich 1925 einen Freundschafts- und Bündnisvertrag geschlossen hatte. Damit hätten beide Länder Deutschland gemeinsam angreifen können. Dies wäre wohl an der Stelle geschehen, wo der Staat am verwundbarsten war.
Dies wurde besonders für das Gebiet der heutigen Autobahn A 6 gesehen, da die Luftlinie von der Grenze Frankreichs bis nach Waidhaus hier lediglich rund 320 Kilometer beträgt. Sollten beide Staaten Deutschland an dieser engsten Stelle durch einen militärischen Überfall teilen, würde die Nation handlungsunfähig gemacht.
Von (fjo) |
13.10.2008
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Waidhaus
Bunkerbau "streng geheim"
Verteidigungsanlagen entlang der Grenze kommen vor dem Zweiten Weltkrieg nie zum Einsatz
Der deutsche Bunkerbau ging unter "strengster Geheimhaltung" voran und die Baustellen waren mit hohen Bretterzäunen verborgen.
Im Jahre 1938 besetzten Militärs derartige Bunker auf deutscher Seite dann allerdings zu einem ganz anderen Zweck: Es wurde eine "Befreiung" des Sudetenlandes vorbereitet.
Dazu kam es aber nicht, denn das so genannte "Münchner Abkommen" forderte die Tschechoslowakei zur Räumung und Abtretung des Sudetenlandes auf. Das hatten England, Italien, Deutschland und Frankreich beschlossen.
Dagegen erhielt die "Rest-Tschechoslowakei" die Garantie gegen einen Kriegsangriff. Damit war die Kriegsgefahr scheinbar abgewendet. Aber ebenso die Notwendigkeit der Bunkerlinie auf böhmischer Seite.
Fast zeitgleich
Denn fast zeitgleich mit den Bunkerbauten in Deutschland hatte auch in der Tschechoslowakei eine ähnliche Serie gestartet: Dort allerdings mit dem Unterschied, dass sich die Befürchtungen bald als wahr herausstellten.
Dennoch nützten die Verteidigungsanlagen nichts, denn der Einmarsch der deutschen Truppen war politisch vereinbart worden. Mit der Besetzung verschob sich die Grenze und die Bunker erübrigten sich.
Von (fjo) |
13.10.2008
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Bunkerbau "streng geheim"
Verteidigungsanlagen entlang der Grenze kommen vor dem Zweiten Weltkrieg nie zum Einsatz
Und für die Tschechoslowakei hielt obendrein das Nichtangriffsversprechen nicht lang: Bereits am 15. März des Folgejahres folgte der Einmarsch deutscher Truppen in die so genannte Rest-Tschechei.
Neben den Bunkern haben sich darüber hinaus vor allem in den Wäldern auch noch viele Schützenlöcher und -gräben erhalten, die wohl aus derselben Zeit stammen, in der die Bunker gebaut wurden.
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