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Von Johann Frischholz  |  13.10.2008  | Netzcode: 1567221
Amberg

Begegnung der dritten Art in der Wüste

Der kleine Prinz auf der Bühne des Stadttheaters - Sieben Puppenspieler und traumhafte Projektionen

Antoine de Saint-Exuprérys "kleiner Prinz" ist eine unsterbliche Figur der Literaturgeschichte. Die Geschichte dieses Außerirdischen - oder vielleicht Über-irdischen - begleitete Millionen von Menschen durch ihre Kindheit. Und auch Erwachsene greifen immer wieder gern zu den schmalen Bändchen, um in den zwar simplen, aber wirklich wahren und weisen Sätzen zu schmökern.

Das Büchlein hat das Theater im Rathaus Essen zusammen mit dem Tournee-Theater Thespiskarren auf die Bühne des Amberger Stadttheaters gebracht. Die Frage der Inszenierung stellt sich bei diesem Stück ganz besonders. Wie diese Idee umsetzen? Hollywood hätte wahrscheinlich einen computeranimierten Trickfilm daraus gemacht, aber der ist eben nicht theatertauglich. Ebenso verbot es sich, die Rollen von Fuchs und Schlange, von den zahlreichen Bekanntschaften die der kleine Held auf seiner Reise zur Erde macht, von Schauspielern auf die Bühne zu bringen.

Die optimale Lösung fanden die Macher beim Blick in unser östliches Nachbarland. In Tschechien, namentlich in der Hauptsstadt Prag, hat das so genannte "Schwarze Theater" eine große Tradition. Und dieses "Schwarze Theater" ist die angemessene Herangehensweise an dieses kleine Werk, das Kinder ebenso begeistert wie Erwachsene, die sich einen Hauch ihrer kindlichen Seele erhalten haben. Vor traumhaften Projektionen auf den Bühnenhintergrund agierten die farbenfroh gewandeten Puppen, geführt von sieben Puppenspielern - aus eben unserem Nachbarland. Einzig menschliches Wesen auf der Bühne war Rudolf H. Herget, der als Bruchpilot Saint-Exupéry in der nordafrikanischen Wüste eine Begegnung der dritten Art mit dem kleinen Prinzen hatte.

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