Der Steuerzahler und das kostbare Gut Vertrauen
Kommentar von Martin Bink
Unsere Marktwirtschaft beruht vor allem darauf, dass sich Käufer und Verkäufer vertrauen, dass der Verkäufer weiß, eine bestellte Ware wird bezahlt. Und der Käufer kann sich darauf verlassen, dass die Ware auch geliefert wird. Egal ob die Ware ein Auto, eine Wohnzimmergarnitur, ein Kredit für den Hausbau oder eine neue Maschine für ein Unternehmen ist.Dieses Vertrauen ist geringer geworden, ist vielleicht sogar bereits verschwunden. Und so haben die Rettungspakete, die in diesen Tagen aufgelegt werden, vor allem ein Ziel: Sie sollen wieder Vertrauen schaffen, sollen den Menschen zeigen: Hab' keine Angst um dein Erspartes, um dein Einkommen, um deine Zukunft. Doch das ist nicht einfach. Weiß doch der deutsche Steuerzahler, dass er im schlimmsten Fall eine Summe aufbringen muss, die den für 2009 geplanten Bundeshaushalt weit übersteigt.
Zwar werden wir erst in einigen Jahren mit Sicherheit wissen, was die Rettungsaktion gekostet, oder ob sie - wie erhofft - Geld eingebracht hat. Aber bereits in knapp einem Jahr ziehen die Bürger Bilanz über die Große Koalition. Wenn das Vertrauen bis dahin nicht zurückgekommen ist, dann werden sich die Populisten links und rechts im politischen Spektrum die Hände reiben.
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