Wien
Jörg Haider ist tot
Rechtspopulist bei Autounfall ums Leben gekommen - Umstrittener Politiker fuhr vermutlich zu schnell
Wien. (AFP) Der umstrittene österreichische Rechtspolitiker Jörg Haider ist in der Nacht zum Samstag bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Der 58-jährige Landeshauptmann von Kärnten prallte mit seinem Auto gegen einen Betonpfeiler und erlitt dabei schwere Verletzungen, wie der Klagenfurter Polizeidirektor Ernst Friessnegger mitteilte. Den ersten Erkenntnissen der Polizei zufolge fuhr Haider schneller als erlaubt. Haiders Tod löste in Österreich bei vielen Politikern Bestürzung aus. Bundespräsident Heinz Fischer sprach von einer «menschlichen Tragödie». Vor dem Gebäude der Kärntner Landesregierung in Klagenfurt legten Anhänger Haiders Blumen nieder.
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| Der österreichische Rechtspopulist und Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider ist tot. Der 58- Jährige kam am frühen Samstagmorgen aus noch ungeklärter Ursache bei einem Autounfall in Klagenfurt ums Leben, wie die Polizei im Bundesland Kärnten berichtete. Der Chef der rechten Partei Bündnis Zukunft Österreich (BZÖ) war nach einer Veranstaltung allein mit seinem Dienstwagen auf dem Weg nach Hause gewesen. Bild: dpa |
Bei Eintreffen einer Notärztin am Unfallort habe es noch eine kleine Chance auf ein Überleben Haiders gegeben, sagte der medizinische Direktor des Landeskrankenhauses Klagenfurt, Thomas Koperna. Der Politiker sei jedoch noch auf dem Weg ins Krankenhaus gestorben. Demnach war Haider angeschnallt und hatte schwere Verletzungen an Kopf und Brust. «Weiters dürfte die Wirbelsäule gebrochen gewesen sein, zudem war der linke Arm fast völlig abgetrennt», sagte Koperna.
Haider war eine der umstrittensten Persönlichkeiten der österreichischen Politik. 1999 war seine damalige Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ) aus den Parlamentswahlen als zweitstärkste Kraft hinter der konservativen ÖVP hervorgegangen und von ÖVP-Chef
Wolfgang Schüssel in eine Regierungskoalition geholt worden. Haider selbst war im Kabinett nicht vertreten, da er wegen seiner zahlreichen umstrittenen Äußerungen zum Nationalsozialismus als untragbar galt. So hatte Haider Konzentrationslager als «Straflager» bezeichnet und von einer «ordentlichen Beschäftigungspolitik» des Dritten Reichs gesprochen.
Der verheiratete Vater von zwei Töchtern hatte sich bis zum Schluss als Europa-Kritiker profiliert. Bei den Parlamentswahlen Ende September erzielte Haiders neue Partei, das nach einem Zerwürfnis mit der FPÖ gegründete Bündnis Zukunft Österreich (BZÖ),
einen Stimmenanteil von elf Prozent.
In der BZÖ löste die Nachricht vom Tod des Parteichefs Entsetzen aus. «Für uns ist das wie ein Weltuntergang», sagte Haiders Sprecher Stefan Petzner laut der Nachrichtenagentur APA. Vorerst übernimmt Haiders Stellvertreter Gerhard Dörfler den Posten als Kärntner Landeschef. Auch die Kärntner Bevölkerung reagierte mit
Bestürzung. Am Sitz der Landesregierung legten laut APA zahlreiche Menschen Blumen und Briefe nieder.
Bundespräsident Fischer würdigte den Kärntner Landeshauptmann als «Politiker mit großen Begabungen», der mit seinem politischen Wirken Begeisterung, aber auch entschiedene Kritik ausgelöst habe. Der designierte Bundeskanzler, SPÖ-Chef Werner Faymann, nannte Haider einen «Ausnahmepolitiker», der die Politik in Kärnten und
darüber hinaus in ganz Österreich über Jahre hinweg geprägt habe.
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