Wunsiedel
Botanisiertrommel nichts zum Musizieren
Blechgefäß für den Transport von Pflanzen und kleinen Tieren "Objekt des Monats"
Wunsiedel. (gis) Objekt des Monats Oktober im Fichtelgebirgsmuseum ist eine "Botanisiertrommel". So wird ein länglich-zylindrisches Blechgefäß bezeichnet, das meist an einem Riemen über der Schulter getragen wird und dem Transport gesammelter Pflanzen dient.
Im 19. Jahrhundert wurde das Botanisieren zu einem bildungsbürgerlichen Vergnügen. Erinnert sei nur an den "Geologen" oder den "Schmetterlingsjäger" von Carl Spitzweg, die auch eine Büchse umhängen hatten. Die im Fichtelgebirgsmuseum ausgestellte Botanisierbüchse ist eine kleinere Version für Kinder. Richtige Botanisiertrommeln waren mit einem widerstandsfähigen Lack behandelt, während dieses Spielzeug mit Prägung und dünnem Druck schon sehr verkratzt ist.
Natürlich konnte der kindliche Forscher auch mit dieser Trommel Blumen, Käfer und Frösche einsammeln. Auf dem seitlichen Deckel zeigt ein Bild zwei Jagdhunde neben einem zur Strecke gebrachten Hirsch.
Auf dem Trommelkorpus sind Kiefernzweige und -zapfen abgebildet - die Vegetation des Herbstes, der Jagdsaison. Im Alltag hatten Spielzeug-Botanisierbüchsen weit praktischeren Nutzen. Schüler transportierten in ihnen ihr Schreibzeug und das Pausenbrot.
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