Landwirte fahren wieder nach Berlin - Milchfond oder Marktwirtschaft - Nur gemeinsam stark
Oberviechtach. (frd) Zur "Milchparade 2008" sind alle Milchviehalter am Donnerstag in Berlin willkommen. Der "Bundesverband Deutscher Milchviehhalter BDM e.V." lädt die Bauern in die Bundeshauptstadt ein.
Ein Teil des BDM-Kreisgremiums mit Vorsitzenden Josef Hägler traf sich diese Woche zu einem Vorbereitungstreffen im Anwesen Hösl in Hof. "Den Milcherzeugern stehen nun entscheidende Wochen bevor", betonte Hägler. In Kürze werden die Weichen in einer Abstimmung durch den Bundesrat auf nationaler Ebene entweder auf marktwirtschaftliches Handeln oder auf dauerhaft abhängige Transferzahlungen (Milchfonds) gestellt.
Für Zukunft kämpfen
Deshalb ist jeder Milcherzeuger in der kommenden Woche aufgefordert, durch seine Teilnahme an der Milchparade in Berlin "Flagge" zu zeigen und damit um die wirtschaftliche Zukunft für sich, seine Familie und seine Nachkommen zu kämpfen.
Was gemeinsam zu erreichen ist, haben die Milcherzeuger bereits in diesem Jahr durch ihren "Milchlieferungsboykott" bewiesen, durch welchen den Entscheidungsträgern bei den Molkereien, den Verkaufsketten, aber auch den Politikern klar geworden ist, dass sich die Milchbauern ein Preisdiktat, das eine unwirtschaftliche Milcherzeugung zur Folge hat, nicht mehr länger gefallen lassen. Ein Großteil der gesetzten Ziele sei durch den "Milchlieferstopp" bereits erreicht worden.
Von (frd) |
11.10.2008
| Netzcode: 1565910
Oberviechtach
Bei der Milchparade "Flagge" zeigen
Landwirte fahren wieder nach Berlin - Milchfond oder Marktwirtschaft - Nur gemeinsam stark
Lediglich bei der Milchpreisgestaltung konnten die gesetzten Forderungen noch nicht erfüllt werden, doch dafür gelte es nun, zunächst national, die Voraussetzungen zu schaffen. Mit dem Lieferstopp haben die Milchbauern vom BDM zumindest alle Forderungen zur Umsetzung von mehr Milchwirtschaft, gestaltet mit Marktbedingungen, politisch auf den Weg bringen können. "Mit Bundesminister Horst Seehofer hatten wir einen großen Fürsprecher", so Hägler.
"Nutzlose Augenwischerei"
Allerdings ist nach deutschem Recht für Verordnungsänderungen - Umrechnungsfaktor, Abschaffung der Molkerei- und Bundessaldierung (Unterlieferungen können durch Mehrlieferungen ausgeglichen werden) - und Belassung von zwei Prozent Quotenerhöhung in nationaler Reserve der Bundesrat zuständig. Diesem Gremium soll bei der Milchparade deutlich gemacht werden, was die Milchbauern wollen, wobei den Länderagrarministern eine Schlüsselrolle zukommt.
Der BDM ist weiterhin der Ansicht, dass ein auch für die Milcherzeuger akzeptabler Preis auf Dauer nur durch eine strikte Quotendisziplin und die Beibehaltung der Quotenregelung gesichert werden kann. Aktionen wie "Ein Herz für die Erzeuger" unterstützen nur die Milchindustrie und werden als nutzlose Augenwischerei sowohl für Verbraucher als auch für die Milcherzeuger angesehen. Wie die BDM-Kreisvorstandschaft in Hof ausdrücklich betonte, werde von ihren berechtigten Forderungen das EU-Recht keineswegs tangiert und könne von den Landes- und Bundespolitikern als wichtiger Beitrag zur Existenzsicherung der Milcherzeuger umgesetzt werden.
Von (frd) |
11.10.2008
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Oberviechtach
Bei der Milchparade "Flagge" zeigen
Landwirte fahren wieder nach Berlin - Milchfond oder Marktwirtschaft - Nur gemeinsam stark
Um den politischen Entscheidungsträgern nochmals die enorme Bedeutung ihrer Beschlüsse, die mehr Marktwirtschaft bedeuten, klar zu machen, ist im Vorfeld der Tagung der Fachausschüsse der Landesministerien (20. Oktober) für Donnerstag, 16. Oktober zwischen 13 und 18 Uhr eine Großaktion in Berlin in Form einer "Milchparade" anberaumt worden, in deren Rahmen die Forderungen der Milcherzeuger noch einmal in aller Deutlichkeit artikuliert werden. Dabei gelte es, den bisher aufgebauten Druck noch weiter zu erhöhen und allen politisch Verantwortlichen die Entschlossenheit der Milcherzeuger zu verdeutlichen.
Mit Traktor und Kühen
Diese Aktion wird als Umzug gestaltet, der von einigen Traktoren, aber auch von Kühen, begleitet wird. Hägler war der Ansicht, dass es für jeden Milcherzeuger eine weit in die Zukunft hinein wirkende Verpflichtung sein sollte, sich an dieser Aktion zu beteiligen.
Anmeldungen zur Teilnahme an der Milchparade in Berlin müssen aus organisatorischen Gründen bis Sonntagabend bei den BDM-Gemeindevertretern erfolgen.
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