Schwandorf. (rid) 60 Minuten haben die Ärzte Zeit, um die Folgen eines Herzinfarktes zu reparieren. "Nutzen wir diese goldene Stunde", appellierte Professor Dr. Helmut Wollenschläger an die Teilnehmer einer
Wollen ein notärztliches Netzwerk im Landkreis Schwandorf aufbauen (von links): Dr. Eduard Gilliar, Oberarzt Dr. Hans Friedl und Professor Dr. Helmut Wollenschläger. Bild: rid
Der Chefarzt am Klinikum St. Marien Amberg möchte auch im Landkreis Schwandorf ein Notfallnetzwerk zur schnellen Behandlung von Herzinfarkt-Patienten errichten. So wie es sich seit vielen Jahren bereits im Raum Amberg bewähre. Wer anhaltend starke Schmerzen in der Brust verspüre, sollte spätestens nach zehn Minuten Notarzt und Rettungswagen rufen, so der Rat des Mediziners. Bereits vor Ort nehme der Notarzt telemetrisch Kontakt mit der Amberger Klinik auf und bespreche mit dem Spezialisten die Vorgehensweise.
"Die Behandlung setzt damit bereits auf dem Weg zum Krankenhaus ein", betonte der Oberarzt am Klinikum Amberg, Dr. Hans Friedl. In der Klinik selbst würden die entsprechenden Vorbereitungen getroffen, individuell abgestimmt auf die telemetrisch ermittelte Diagnose. Die Öffnung der verstopften Adern mit Hilfe der "Ballon-Technik" könne dann nur von Spezialisten im Katheterlabor vorgenommen werden, so Dr. Wollenschläger.
Von (rid) |
10.10.2008
| Netzcode: 1565667
Schwandorf
Schnell muss es gehen
Ärzte wollen Notfallnetzwerk aufbauen
"400 000 Menschen erleiden in Deutschland im Jahr einen Herzinfarkt", entnahm der Vorsitzende des "Ärztlichen Kreisverbandes", Dr. Eduard Gilliar, einer Statistik. Von denen sterbe jeder zweite innerhalb der ersten vier Wochen, ein Drittel bleibe pflegebedürftig. Der Mediziner hält deshalb eine "Optimierung der Versorgung von Herzinfarktpatienten" für dringend geboten. Das "Rendevoussystem", die Zusammenarbeit der Notärzte im Landkreis Schwandorf mit dem rund um die Uhr besetzten kardiologischen Zentrum in Amberg, trage zur Optimierung der Behandlung bei. Wenn die Voraussetzungen gegeben seien, rücke sogar ein Expertenteam aus dem Klinikum Amberg aus und fahre dem Rettungswagen entgegen.
"Heute sind alle Rettungswägen technisch dafür ausgestattet", betonte Professor Dr. Wollenschläger. "Sein" Haus wolle in keiner Weise den Kliniken im Landkreis Schwandorf Konkurrenz machen oder ihnen gar Patienten wegnehmen", betonte der Chefarzt. Nach der Notfallbehandlung im Katheterlabor würden die Betroffenen umgehend in ihre Heimatkliniken zurück verlegt.
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