Morbus Parkinson Thema beim Infotag im Reha-Zentrum - Tiefe Hirnstimulation
Nittenau. (sir) Nach wie vor ist Morbus Parkinson eine unheilbare Krankheit mit vielfältigen Beeinträchtigungen im Alltag. Beim achten Oberpfälzer Parkinson-Informationstag im Reha-Zentrum Nittenau wurde über Neuerungen zur Behandlung informiert.
Professor Dr. Thomas Henze, ärztlicher Direktor am Reha-Zentrum, hieß die zahlreichen Zuhörer in der Caféteria willkommen. Das Therapiekonzept bei Parkinson umfasse eine medikamentöse Behandlung, Physiotherapie sowie eine psycho-soziale Betreuung. Hinzu komme die tiefe Hirnstimulation.
Zwei kleine Bohrlöcher
Darüber referierte Dr. Jürgen Schlaier, tätig an der Klinik und Poliklinik für Neurochirurgie, Universität Regensburg. Bei dieser neuen Behandlungsform werden über zwei kleine Bohrlöcher Elektroden in eine bestimmte Hirnregion gebracht, ohne Schäden zu verursachen.
Welche Patienten profitieren von dieser Operation? Geeignet sei das Verfahren für Menschen, die etwa acht bis zehn Jahre lang unter Parkinson litten, bei denen eine medikamentöse Behandlung starke Wirkungsschwankungen mit sich bringe. Bei schwerer Beeinträchtigung könne im Alltag heftiger Tremor, ausgeprägte Unbeweglichkeit und eine deutliche Gehbehinderung eintreten. Nicht in Frage komme eine Operation, wenn sich Patienten durch eine medikamentöse Therapie gut fühlten, sie sehr selbstständig leben könnten, oder wenn bereits eine Demenz oder eine fehlende Kooperationsfähigkeit vorliege.
Von (sir) |
10.10.2008
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Nittenau
Die Krankheit erträglich machen
Morbus Parkinson Thema beim Infotag im Reha-Zentrum - Tiefe Hirnstimulation
Der Mediziner sagte, dass die Aktivitäten des täglichen Lebens nach der Operation verbessert würden, meinte aber auch, dass die Erwartungen realistisch eingeschätzt werden sollten. "Wenn man aber eine gute Beweglichkeit erreicht über einen längeren Zeitraum, dann haben wir schon viel gewonnen." Nach dem Vortrag kam Bewegung ins Spiel. Unter Anleitung von Physiotherapeutin Antonia Henkel, Therapieleitung am Reha-Zentrum, brachten leichte Lockerungs- und Dehnungsübungen wieder die nötige Entspannung nach dem Sitzen auf den Stühlen.
"Welche Vorteile bietet eine Fachklinik für die Behandlung von Parkinson-Kranken gegenüber anderen Institutionen?" Dieser Frage ging Professor Dr. Thomas Henze in seinem Kurzreferat nach. Die Behandlung basiere auf zwei große Säulen: medikamentös und Rehabilitation, mit vielfältigen Therapien in einem Gesamtkonzept. Dieses Behandlungskonzept umfasse Bewegungs- und Balancetraining, Ergotherapie, entspannende Verfahren, Sprech- und Schlucktherapien, eine Überprüfung der Aufmerksamkeits- und Gedächtnisleistung, die Verbesserung der medikamentösen Einstellung, die Behandlung einzelner Symptomen sowie eine sozialmedizinische Beratung und gegebenenfalls eine Optimierung der Hirnstimulation.
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10.10.2008
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Nittenau
Die Krankheit erträglich machen
Morbus Parkinson Thema beim Infotag im Reha-Zentrum - Tiefe Hirnstimulation
Depressionen
Stephan Graeber, Oberarzt im Reha-Zentrum Nittenau, sprach über die nicht-motorischen Störungen der Parkinson-Krankheit und deren Behandlungsmöglichkeiten. Dazu zählten Depressionen, Angst- und Panikattacken, Störungen der Denkleistungen, komplexe Verhaltensstörungen (beispielsweise Störung der Impulskontrolle, Spielsucht) oder Dysautonomie (z. B. Blasenentleerungsstörung). Die Krankheit beginne im Hirnstamm, breite sich immer mehr aus, so Dr. Graeber.
Etwa 40 bis 50 Prozent aller Parkinson-Patienten entwickelten eine Depression, rund 20 bis 40 Prozent eine Angststörung, im fortgeschrittenem Stadium mit Bewegungsschwankungen. Dr. Graeber ging auf weitere Symptome wie Schlafstörungen und Halluzinationen ein sowie auf Behandlungsmöglichkeiten.
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