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Von Ralph Storch  |  10.10.2008  | Netzcode: 1564477

Ein Herbst, der in die Geschichtsbücher eingeht

Kommentar von Ralph Storch

Ein Herbst wie im Bilderbuch. Doch er könnte auch im Geschichtsbuch landen. Denn diesmal beginnt nicht nur das Laub zu faulen, auch das liebe Geld droht zu vermodern, stinkt entgegen der Aussage eines römischen Kaisers ("Geld stinkt nicht") mittlerweile richtig zum Himmel. Eine dekadente Weltwirtschaft setzt zur Plünderung des Steuerzahlers an. Dessen Portmonee droht ein Stalingrad. Island steht vor dem Staatsbankrott, die USA und Deutschland schließen nicht aus, Pleite-Banken zu verstaatlichen.

Verstaatlichung, ein Wort, das den Gralshütern des Kapitalismus früher nie über die Lippen gekommen wäre. Wer hätte gedacht, dass sich fast 20 Jahre nach dem Zusammenbruch des Marxismus-Leninismus der Kapitalismus durch eine globale Banken- und Finanzkrise quasi entmaterialisiert. Feiern Marx, Lenin, Stalin, Breschnew, Che Guevara, Ho Chi Minh einen späten Sieg? Werden die Fischer-Chöre statt Volkslieder künftig nur noch die Internationale singen? So weit wird es sicher nicht kommen. Das Drehbuch der Apokalypse verschwindet irgendwann wieder in der Schublade.

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