Bankern glühen die Ohren - Große Nachfrage nach Gold - "Sichere Häfen" sind gefragt
Amberg. (ben) Den Bankern in der Region glühen die Ohren: Ihre Telefone laufen heiß! Die anhaltende Krise auf den Geldmärkten hat zahlreiche Kunden aufgeschreckt und verunsichert. Panik hingegen, darin waren sich im Gespräch mit der AZ Andreas Reindl (Vorstand Volksbank-Raiffeisenbank) und Michael Püttner (stellvertretender Vorstand Sparkasse) einig, sei nicht ausgebrochen. Sparer und Anleger befänden sich auf der Suche nach "sicheren Häfen".
Dass gerade die ältere Generation, die schon zwei Geldentwertungen hinter sich hat, Angstgefühle beschleichen, dafür bringt Reindl großes Verständnis auf. Gleichwohl versichert er, dass die Vermögen auf den Konten der Genossenschaftsunternehmen sicher seien: "Wir haben Institutsschutz, da sind auch alle Privatanleger geschützt." Dies sei gegenüber anderen Banken durchaus ein Wettbewerbsvorteil. Gleichwohl verdeutlichte Reindl, dass keine Schadenfreude aufkommen würde, wenn Mitbewerber an die Wand gefahren würden, denn: "Dann kämen alle in Sippenhaft und das wäre eine Katastrophe für Europa."
Viele Anleger geschockt
Angesichts der dramatischen Entwicklungen an den Börsen gerade in dieser Woche seien viele Anleger geschockt. Angesichts teils zweistelliger Einbrüche bei verschiedenen Papieren am Mittwoch gebe es nur noch die Empfehlung "Augen zu und durch". Vor diesem Hintergrund meinte Reindl: "Ich hoffe, dass das die Kapitulation war", auf die alle gewartet hätten. Sollte sich seine Einschätzung bestätigen, wäre der Tiefpunkt zunächst erreicht. Ganz leichte Lichtblicke dafür gab es ja am Donnerstag - bei optimistischer Betrachtungsweise.
Von (ben) |
10.10.2008
| Netzcode: 1564439
Amberg
Verunsicherung ja, aber keine Panik
Bankern glühen die Ohren - Große Nachfrage nach Gold - "Sichere Häfen" sind gefragt
Kunden Sorgen nehmen
Aktuell drängen Anleger in Gold, müssten sich aber damit abfinden, dass dies im Tagesgeschäft nur begrenzt verfügbar sei. Dass Gold sehr gefragt ist, bestätigte auch Michael Püttner für den Bereich der Sparkasse Amberg-Sulzbach. Er unterstrich ebenso wie Reindl, dass keine Panikabhebungen von Sparkonten zu beobachten seien. Die zahlreichen Telefonate und Gespräche führten eher dazu, dass den Kunden einige ihrer Sorgen genommen würden.
Nerven liegen blank
Bei Depotbesitzern indes, daraus machte Püttner keinen Hehl, lägen die Nerven schon blanker. Die Berater gingen deren Anlagen intensiv mit ihnen durch und suchten dann nach Lösungen. Die regionale Ausrichtung der Sparkasse -"hier bekommen wir Geld herein, hier reichen wir es auch wieder aus" - erweise sich nun als Stärke.
Eine Aussage, die Andreas Reindl für die Genossenschaftsbanken uneingeschränkt teilte. Und beide Banker wussten bei unserer Nachfrage von Kunden, die inzwischen zu ihren Instituten zurückkehrten, aber auch von solchen, die neu hinzugekommen seien - auf der Suche nach "sicheren Häfen".
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