Altes Stadtrichterhaus in der Schulgasse soll saniert werden
WEIDEN. Viele gehen an dem Haus in der Schulgasse vorbei, ohne zu ahnen, welche Geschichte sich hinter den maroden Wänden auf insgesamt 640 Quadratmetern verbirgt. Wer dennoch, wie kürzlich beim "Tag des offenen Denkmals" einen Blick hineinwirft, dem wird schnell klar, dass es hier viel zu entdecken gibt. Allein das wuchtige Kellergewölbe, das im 13. Jahrhundert entstanden ist, ist sehenswert..
Das Anwesen bewohnte bis zum Jahr 1744 der Weidener Stadtrichter. Deshalb beherbergt das Untergeschoss Gefängniszellen. Kein Wunder, dass Stadtarchivarin Petra Vorsatz ins Schwärmen gerät, als sie Quellen aus dem Staatsarchiv zitiert. Ob Stadtrichter, Rotgerber (Lederer), Büttner (Fassbauer) oder Kaufmann - in der Schulgasse 12 finden sich auf den ersten Blick viele Hinweise auf die traditionsreiche Geschichte des Gebäudes und seiner Bewohner. Im Erdgeschoss ist ein großer Gerber-Graben freigelegt worden, im Gewölbekeller ist noch ein Haken in der Zelle zu sehen. Die rund 640 Quadratmeter Wohnfläche - davon 200 auf dem Dachboden des einst stattlichen Anwesens - sind stark sanierungsbedürftig.
09.10.2008
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Ein Haus mit Geschichte
Altes Stadtrichterhaus in der Schulgasse soll saniert werden
Die Eigentümer, das Ehepaar Martina und Reinhard Planek, sowie Architekt und Altstadtsanierer Werner Plödt wollen nun wieder ein Schmuckkästchen aus dem ehemaligen Domizil des Stadtrichters machen. Es sei das letzte Haus mit historischer Substanz, schwärmen Werner Plödt und Petra Vorsatz. "Eine größere Bedeutung hat nur noch das Rathaus", erläutert die Stadtarchivarin die historische und baugeschichtliche Situation.
Vor knapp vier Jahren haben Martina und Reinhard Planek aus Pirk das Stadtrichterhaus in der Schulgasse 12 von einer Erbengemeinschaft erstanden. Seit mindestens 1975 stand es leer. Seit den sechziger Jahren lebte niemand mehr längerfristig in dem Haus. Deshalb gibt es kaum Stromanschlüsse und kein Wasser.
Dem Erdgeschoss schließt sich ein Hinterhof an, sogar mit einem Schweinekoben. Die verschiedenen Bauphasen zeigt ein Plan. Die zweite große Bauphase - nach dem Stadtbrand - lässt sich auf das Jahr 1730 datieren. Aus dieser Zeit stammen der Dachboden sowie die Balken-Bohlen-Decke im ersten Obergeschoss. Die Stuckdecken sind später entstanden. Martina und Reinhard Planek wollen mit ihren vier Kindern nach der Sanierung einziehen und auf der Gewölbeseite im Hinterhof eine Art offenes Museum mit alten Mal-Techniken einrichten. Wenn alles so klappt, wie sie sich es vorstellen. Auch die Finanzierung. Klaus Federl
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