München
Den Exoten eine Chance!
Kürbis wandelt sich vom "Arme-Leute-Essen" allmählich zu einem Kultgemüse
München. (dpa) Mit der Begeisterung für Halloween ist in den vergangenen Jahren auch die Kürbiswelle von Nordamerika nach Europa geschwappt. Farbenfrohe Zierkürbisse verschönern als herbstliche Dekoration Haus und Hof. Und in der Küche avanciert das einstige Arme-Leute-Essen zum Kultgemüse. In Suppen und Salaten, Aufläufen und Desserts, als Füllung oder Gemüsebeilage findet es sich wieder.
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| Schön anzuschauen sind die Kürbisse auf jeden Fall. Aber auch geschmacklich hat das aus Amerika stammende Gemüse einiges zu bieten. Bild: CMA/dpa |
Fachbuchautorin aus München. Die orange-roten Kugelfrüchte aus Japan überzeugen mit praktischen Vorteilen: Mit bis zu zweieinhalb Kilo hat ein Hokkaido genau die richtige Größe für vier Personen.
«Außerdem ist er vielseitig und besonders leicht zu verarbeiten: Die Schale kann mitgegart werden», erläutert Adam. Das spart nicht nur Arbeit, sondern auch Geld. Dank seiner festen Schale lässt sich der Hokkaido sogar aushöhlen und zur dekorativen Suppenschüssel umfunktionieren.
«Suppe ist sicherlich die einfachste Form der Zubereitung und auch für Anfänger in der Kürbisküche ideal», sagt Theo Wilmink, Küchenchef in Wilminks Parkhotel in Neuenkirchen (Münsterland). Die Basis für jede Suppe sind Kürbiswürfel, die in Brühe gekocht und dann püriert werden. Ebenfalls einfach in der Zubereitung sind in Butter geschwenkte Kürbiswürfel. «Die Gemüsebeilage macht sich sehr gut zu gebratenem Fisch, zu Pasta oder auch zum Schweinefilet.»
Als Suppe oder Beilage lassen sich die unterschiedlichsten Kürbisse ausprobieren. Da ist zum Beispiel der beige, birnenförmige Butternut-Kürbis. Er wiegt bis zu drei Kilo, hat wenige Kerne und Fasern, lässt sich mit dem Schälmesser schälen und ist zart-aromatisch. «Der Butternut-Kürbis kann sogar roh gegessen werden, zum Beispiel im Salat», sagt Theo Spix, Kürbisanbauer in Dormagen (Nordrhein-Westfalen).
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| Immer mehr Kürbissorten erobern die Marktstände. Bild: dpa |
Ein Renner in den USA ist der Spaghetti-Kürbis. Die länglichen, hellgelben Früchte werden im Ganzen gekocht. Dabei zerfällt das Fleisch zu Spaghetti-ähnlichen Schnüren. «Sie können gut mit Fleisch-oder Tomatensoße serviert oder auch einfach in Butter geschwenkt werden», sagt Fachbuchautorin Adam. Zum Füllen sind kugelige Rondinis
oder diskusförmige Patissons ideal: Der Deckel wird abgeschnitten und der Kürbis ausgehöhlt. Dann kommt mal eine Hackfleischfarce, mal Tofu mit Kräutern und mal Reis mit Schafskäse und Kräutern hinein.
Unbekanntere Sorten warten noch darauf, entdeckt zu werden - so wie der längliche, meist etwas vernarbte Blue Banana, der süßliche Sweet Mama oder der Sweet Dumpling. «Aus ihm bereite ich am liebsten Chips zu», sagt Spix. Der Kürbis wird halbiert, das Kerngehäuse herausgenommen und das Fruchtfleisch in größere Stücke geteilt. Die
werden dann geraspelt. Die feinen Scheiben kommen auf ein Backblech und werden mit etwas Öl beträufelt, nach Bedarf nachgewürzt und dann gebacken. Das schmecke besser als jeder Kartoffelchip und enthalte dabei noch viel weniger Kalorien, sagt Spix.
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