Schnupfer-Weltmeisterschaft: 64 Mannschaften und rund 800 Besucher im Sportpark
Schwarzenfeld. (foa) Da waren 372 Nasen gestrichen voll: Fünf Gramm Schnupftabak galt es am Samstag bei der Schwarzenfelder Schnupf-Weltmeisterschaft in der Nase zu verstauen - am besten gelang das Jürgen Ferber und Regina Eder aus Unterbuch, die sich als neue Weltmeister feiern lassen durften.
Erhabene Musik und ein Schnupferbursche, der feierlich eine Weltkugel in den Saal trug - so begann die 16. Schnupf-Weltmeisterschaft im Schwarzenfelder Sportpark. Alfons Lechler, Präsident des Internationalen Schnupfverbands, setzte die Kugel auf einer Metallsäule ab und erklärte den Wettkampf um den Meistertitel für eröffnet.
Und schon ging es los: 372 Schnupfer in 64 Mannschaften wollten Weltmeister werden, darunter 80 Damen - "so viele Teilnehmer waren es noch nie, bei keiner Weltmeisterschaft", sagt Sepp Stangl, der Vorsitzende des Schnupferclubs Schwarzenfeld. Aus ganz Deutschland, Österreich, der Schweiz und den USA waren die Schnupfer angereist. Zum Zuschauen waren gar noch mehr Besucher gekommen - etwa 800 Augenpaare verfolgten den Weg des Schnupftabaks in die Nasenlöcher der Teilnehmer.
Diese saßen jeweils zu zwölft in einer langen Reihe auf der Tribüne, jeder durch einen eigenen Schiedsrichter kontrolliert und zusätzlich von den Argusaugen der Oberschiedsrichter Matthias Burlefinger und Hans Hecht bewacht. "Schnupfer fertigmachen", tönte das Kommando durch die Sportparkhalle, "die Dosen öffnen - Achtung, fertig, los!" "Dreißig", drang der Halbzeithinweis an die Ohren der Schnupfer, "fünfundvierzig - fünfundfünfzig - aus!" Jeder schob noch schnell die letzte Prise in die Nase, bevor die Schiedsrichter die Tische umrundeten und mit kritischen Augen begutachteten, wie viel Schnupftabak ein jeder auf dem Tisch verstreut hatte.
Von (foa) |
06.10.2008
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Schwarzenfeld
372 Nasen gestrichen voll
Schnupfer-Weltmeisterschaft: 64 Mannschaften und rund 800 Besucher im Sportpark
Dann noch die Finger der Teilnehmer sauber abgepinselt, so dass auch wirklich nur das zählte, was in der Nase geblieben war, und flugs verschwanden die Reste in den Dosen zum Auswiegen - und ein Dutzend Teilnehmer hinter der Tür mit der Aufschrift "Nase reinigen".
"Promis" an der Dose
Auch der Schwarzenfelder Prominenz war eine Prise vergönnt. Die Bürgermeister Manfred Rodde aus Schwarzenfeld und Alois Böhm aus Schwarzach, mehrere Marktratsmitglieder, der Kapellmeister der Schwarzenfelder Musikanten, Braumeister Sepp Graßl - alle bekamen schwarze Nasen. Am meisten schienen die Anfeuerungsrufe beim Dritten Bürgermeister Gerhard Peter gebracht zu haben, denn er trug mit 3,218 Gramm den Sieg in der Prominentenrunde davon.
Neue Weltmeister
Spannend wurde es, als es an die Ehrung der neuen Weltmeister ging. Die besten Damenmannschaften waren auf dem dritten Platz die "Damenprise Latsch" mit 18,99 Gramm und auf Platz zwei die "Dechenwaldschnupferinnen" mit 19,15 Gramm; der Platz ganz oben auf dem Siegertreppchen gebührte den "Unterbuch Damen" mit 19,45 Gramm.
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06.10.2008
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Schwarzenfeld
372 Nasen gestrichen voll
Schnupfer-Weltmeisterschaft: 64 Mannschaften und rund 800 Besucher im Sportpark
Bei den Herrenmannschaften schaffte Oberlauterbach mit 19,77 Gramm Platz drei, auf dem zweiten Platz landete der SC Dettenhofen mit 19,81 Gramm, und die besten Herren in der Mannschaftswertung kamen aus Unterbuch; mit 19,83 Gramm schnupfte die Siegermannschaft alle Wettkampfgegner weg. Unterbuch hatte auch in den Einzelwertungen die Schnupfernase vorn: Der Verein stellt sowohl den Weltmeister bei den Damen als auch bei den Herren. Regina Eder wurde mit 4,95 Gramm Weltmeisterin; bei den Herren ließ Jürgen Ferber fast nichts übrig und errang den Meistertitel mit 4,98 Gramm. Insgesamt, so schätzte Stangl, jagten sich die Teilnehmer um die zwei Kilo Schnupftabak in die Riechorgane.
In den Pausen spielten die "Schwarzenfelder Musikanten" auf; Kapellmeister Sepp Lobenhofer und seiner Frau Marita sangen im Duett. Kurzzeitig durfte Schnupfer-Vorsitzender Stangl die musikalische Leitung übernehmen, als es um das Dirigieren des Bayerischen Defiliermarschs ging.
Und da die Schnupfer nicht nur aufnahmefähige Nasen haben, sondern auch einen Riecher dafür, wer Hilfe braucht, starteten sie eine Sammelaktion: Diese brachte rund 370 Euro ein, die mit den Spenden aus anderen Schnupfer-Veranstaltungen zum Teil an das Projekt "Sternstunden" des Bayerischen Rundfunks, zum Teil an SOS-Kinderdörfer gehen.
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