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Amberg
Reflexionen über eine Zeit des Terrors
Vertreter dreier Generationen sehen "Der Baader Meinhof Komplex" für die AZ im Kino
Amberg. (tk) Aus seiner Vergangenheit macht Winni Steinl (65) kein Geheimnis: "Ich war von vielen Sachen der Meinhof absolut überzeugt", sagt der Theaterregisseur und ehemalige Juso-Vorsitzende. Steinl, der Ende der 60er Jahre "Amberg progressiv" mitbegründet hat, schränkt aber deutlich ein: "Beim Kaufhaussprengen war's vorbei. Da bin ich gedanklich ausgestiegen."
Steinl, der die Theatergruppe "Rampenfieber" leitet und bis zu seiner Pensionierung Lehrer am Sulzbach-Rosenberger Gymnasium war, rief 1968 mit Gleichgesinnten den Kulturverein "Amberg progressiv" ins Leben, der "noch heute ein Alptraum für manche CSU-Leute" sei. Als die RAF um Andreas Baader und Ulrike Meinhof damit begann, nach den ersten Sachbeschädigungen Sprengsätze zu zünden, sei in Amberg kontrovers diskutiert worden. Steinl: "Wo beginnt Kriminalität? Die Grenze ist so minimal." Christian Feja, ein gebürtiger Kulmbacher, nickt: "Ist ein friedlicher Protestmarsch schon etwas Radikales?" Bis zur Hälfte des Films habe er sich, was das Verständnis für die RAF betrifft, an die Hand genommen gefühlt: "Dann hörte das Verständnis plötzlich auf." Bomben explodieren, Schüsse fallen, Entführte werden erschossen. Für Steven Enlow und Michael Balk, die beide die 12. Jahrgangsstufe am GMG besuchen, lieferte der Film viele neue Informationen. "Die RAF und der Deutsche Herbst sind Themen, die in unserer Altersklasse nicht so bekannt sind", sagt Steven und fügt hinzu, dass die RAF zwar in der 10. Klasse in Sozialkunde durchgenommen wurde, jedoch: "Über das Dritte Reich haben wir bisher mehr gelernt."
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