Maler Göz freskierte Schulkirche - 300. Geburtstag
Als "weltberühmten Maler in Augsburg" apostrophiert ein chronikalisches Dokument aus der traditionsreichen Zisterzienserabtei Salem im Jahr 1748 den bedeutenden Freskanten, Tafelmaler und Kupferstecher Gottfried Bernhard Göz, der vor 300 Jahren geboren wurde und am 23. November 1774 in Augsburg starb.
"Weltruhm" genießt das vielgestaltige Oeuvre von Gottfried Bernhard Göz heute in der Tat - sein berühmtes "Engelskonzert" über der Orgelempore der Wallfahrtskirche Birnau am Bodensee etwa wurde nachgerade zu einer (oft reproduzierten) Bildchiffre der glanzvollen, künstlerischen Kultur des süddeutschen Rokoko.
Elegant und graziös
Zum glanzvollen "chef d'oeuvre" des Künstlers wurden seine Fresken in der Marien-Wallfahrtskirche zu Birnau am Bodensee (entstanden im Zeitraum von Herbst 1748 bis September 1749). An diesen spektakulären künstlerischen Erfolg knüpfte Göz knapp eine Dekade später in Amberg wieder an. Das Resultat war weit mehr als bloß eine matte Reprise.
Maler Göz freskierte Schulkirche - 300. Geburtstag
Von 1697 bis 1699 hatte der Architekt Wolfgang Dientzenhofer (1648 bis 1706) in Amberg ein Gotteshaus für den dortigen Salesianerinnenkonvent errichtet. Die heutige "Schulkirche" (ein Name, der nach der erzwungenen Säkularisation des Klosters 1803 aufkam) wurde von Dientzenhofer ursprünglich als Zentralbau konzipiert. Ab 1738 wurde Dientzenhofers Werk architektonisch tiefgreifend umgestaltet und nach Westen hin erweitert. Im Jahr 1757 begann die Neuausstattung des Innern im heiter-beschwingten Rokokostil.
Spannungsvolle Gegensätze
Im darauffolgenden Jahr schmückte Göz das großflächige Muldengewölbe des Kirchenschiffs wie auch die Flachtonne des Chores und die Quertonne über der Orgelempore mit farbglühenden Deckengemälden. Auch die Eckpfeiler des großzügig befensterten Hauptraums versah Göz mit hochformatigen Freskogemälden, elegant gerahmt von graziös geschwungenen Rocaillen. Das Hauptfresko weitet das lichtdurchflutete Kircheninterieur illusionistisch durch eine den Eindruck großer Raumhöhe vermittelnde, kunstvoll durchbrochene "Trompe l'oeil"-Architektur.
Das mehrere Gewölbejoche überspannende Langhausfresko der Amberger Schulkirche lebt farblich von einem wirkungsvollen Kontrast: vom spannungsvollen Gegensatz zwischen dem "tonigen" Graubraun und Graugrün der mächtigen Säulen und Bögen und dem luziden Weißgelb der strahlenden Lichtzone im Zentrum des Bildes (weitere Details siehe Kasten unten).
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