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Die CSU-Fraktion liefert sich Seehofer bedingungslos aus
Kommentar von Jürgen Umlauft
Die einst so stolze CSU-Landtagsfraktion, die selbst ernannte "Herzkammer" der Partei, hat sich, ohne es zu merken, fast bedingungslos einem Mann unterworfen: Horst Seehofer.Wie die Lemminge stürzten sich die 92 Abgeordneten in einen höchst merkwürdigen Beschluss. Drei gestandene Männer müssen in einen Ausscheidungskampf um die Nachfolge von Regierungschef Günther Beckstein. Sollten sie sich dabei irreparabel verwunden oder gegenseitig die Mehrheiten wegnehmen, dann würde wie in der klassischen griechischen Tragödie Horst Seehofer wie der "deus ex machina" aus Berlin einschweben, seine weiten Arme ausbreiten und rufen: "Nehmt mich, ich bin als einziger unverletzt, ich bin euer Retter! Partei und Land in einer Hand!" Vorhang, rauschender Beifall - großes, ganz großes Kino. Hollywood wäre neidisch.
Ganz betört von Seehofer säuselten die Abgeordneten, wie der künftige Parteichef ihnen freie Hand gegeben, wie er sich selbst zurückgenommen habe. Dabei brauchte Seehofer gar nichts zu tun. Er wusste, dass sich die Landsmannschaften in der Fraktion selbst blockieren würden. Da fiel es nicht einmal auf, dass er - anders als noch am Montag verabredet - kein Wort der Unterstützung für den angeschlagenen Günther Beckstein fand. Alle spielten sie ihm in die Hand. Der Bundesligist Seehofer war den Regionalligisten im Landtag spielerisch und taktisch weit überlegen.
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