Vereinigte Sparkassen sehen keine Veranlassung für Fusion - Kundengelder absolut sicher
Neustadt/WN. (ms) Die Vereinigte Sparkassen Eschenbach-Neustadt-Vohenstrauß sehen keine Notwendigkeit für eine Fusion mit der Sparkasse Oberpfalz Nord. "Wir sind stark genug, um die nächsten Jahre allein auf dem Markt gut bestehen zu können", sagte Vorstandssprecher Josef Pflaum im Interview mit unserer Zeitung. Das Gespräch führte Redakteur Martin Staffe.
Ist nach den Turbulenzen und der Beurlaubung Ihres Vorgängers Max Köhler Ende 2004 bei der Sparkasse wieder Ruhe eingekehrt.
Pflaum: Uneingeschränkt ja. Das heißt aber nicht, dass sich bei uns nichts mehr bewegt. Im Gegenteil: Wir sind als regionales Kreditinstitut hervorragend aufgestellt, im Vorstand, in der zweiten Führungsreihe, natürlich im Verwaltungsrat sowie mit 372 hochkompetenten, motivierten und gut ausgebildeten Mitarbeitern.
Im Sommer 2007 hat die Sparkasse zwölf kleine Filialen aufgelöst. Hat sich die Aktion bewährt?
Pflaum: Wir haben die zwölf kleinsten, teilweise nur stundenweise geöffneten und angemieteten Geschäftsstellen mit der nächstgrößeren zusammengelegt. Unsere Kunden werden auch weiterhin persönlich betreut.
Sind weitere Schließungen oder Umorganisationen geplant?
Pflaum: Umorganisationen gab es immer und wird es immer geben. Dies ist kein sparkassenspezifisches Phänomen. Ob Mantel, Eslarn oder Auerbach: Wir bleiben weiter in der Region. Über allem steht: Es gab und gibt keine betriebsbedingten Kündigungen im Personalbereich.
Von (ms) |
29.09.2008
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Neustadt/WN
Sahnestückchen für manche Sparkasse
Vereinigte Sparkassen sehen keine Veranlassung für Fusion - Kundengelder absolut sicher
Ich wünsche mir, dass die Menschen in der Region aufgeklärt und kritisch sind. Ohne besonderes Risiko bekommt niemand für eine Anlage weit über zehn Prozent. Und wenn manche Direktbanken ein Prozent mehr Zinsen versprechen, dann ist Vorsicht geboten. Ob da jeder Internetanbieter einem Sicherungsfonds angehört, bleibt dahingestellt. Lieber ein halbes Prozent weniger Zinsen, aber mein Geld ist gut aufgehoben. Die wundersame Geldvermehrung gibt es nämlich nicht.
Die Sparkasse hat in den letzten Jahren keine Bilanz-Pressekonferenz mehr abgehalten. 2007 war für die meisten Banken ein ausgezeichnetes Jahr. Wie sieht es bei Ihrer Sparkasse aus?
Pflaum: Wir gehören zu den zehn kapitalstärksten Sparkassen Bayerns und wären für manche Sparkasse im Freistaat ein Sahnestückchen. Die Bilanzsumme betrug 1,146 Milliarden Euro, und wir sind unseren gesellschaftlichen und sozialen Verpflichtungen sehr gut nachgekommen.
Der Weidener Bürgermeister Lothar Höher (CSU) hat erst vor wenigen Tagen gesagt, die Fusion der Sparkasse Oberpfalz Nord mit der Sparkasse Eschenbach-Neustadt-Vohenstrauß werde kommen. Ist das Wahlkampf, oder steckt mehr dahinter?
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Sahnestückchen für manche Sparkasse
Vereinigte Sparkassen sehen keine Veranlassung für Fusion - Kundengelder absolut sicher
Pflaum: Das müssen Sie Herrn Höher fragen. Es gibt derzeit keine Gespräche in dieser Richtung.
Halten Sie eine Fusion für erforderlich?
Pflaum: Aus unserer Sicht überhaupt nicht. Wir sind stark genug, ruhig, besonnen und trotzdem sehr aktiv. Wir sind in allen Bereichen bestens aufgestellt. Zum künftigen Vorstandschef der Sparkasse Oberpfalz Nord, Ludwig Zitzmann, habe ich ein gutes Verhältnis. Wir sind beide gemeinsam im Raum Pleystein aufgewachsen und haben zusammen - übrigens bei unserer Sparkasse - gelernt. Ich sehe im Moment für keine Oberpfälzer Sparkasse eine Notwendigkeit zu Fusionen.
Ist die Sparkasse von den Verwerfungen an den internationalen Finanzmärkten betroffen?
Pflaum: Wir sind davon überhaupt nicht berührt. Wir unterliegen eindeutigen gesetzlichen Vorgaben durch Sparkassengesetz und -ordnung. Spekulationsgeschäfte sind uns verboten. Wir handeln nach dem Grundsatz: "In der Region - für die Region".
Von (ms) |
29.09.2008
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Sahnestückchen für manche Sparkasse
Vereinigte Sparkassen sehen keine Veranlassung für Fusion - Kundengelder absolut sicher
Ein Mitglied der Sparkassen-Finanzgruppe, die Bayerische Landesbank, kann das aber von sich nicht behaupten. Welche Auswirkungen hat das auf die Sparkasse?
Pflaum: Die Landesbank gehört je zur Hälfte dem Freistaat und den Sparkassen. Das abzuschirmende Risiko beträgt sechs Milliarden Euro. 1,2 Milliarden wurden bereits von der Bayerischen Landesbank übernommen. Bleiben noch 4,8 Milliarden Euro. Für die Hälfte müsste der Freistaat geradestehen, die andere Hälfte müssten sich die 75 bayerischen Sparkassen je nach Bilanzsumme aufteilen. Aber dies ist nur ein Ansatz. Derzeit werden mehrere Optionen geprüft.
Wie steht es um die Sicherheit Ihrer Kundengelder?
Pflaum: Unsere Kunden können absolut beruhigt sein, ihr Geld ist 100-prozentig sicher, nicht nur, weil wir hohes Eigenkapital haben und gut wirtschaften. Wir gehören dem Haftungsverbund der bayerischen Sparkassen an.
Die jetzt ganz aktuell in die Schlagzeilen geratene, größte amerikanische Sparkasse "Washington Mutual" ist keine Sparkasse im deutschen Sinne und ist auch nicht mit den deutschen Sparkassen verbunden.
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