"Sechste Betreuungskraft soll bleiben" berichtete "Der neue Tag" am 2. September über eine Gemeinderatssitzung in Schlammersdorf. Dazu erreichte uns eine Stellungnahme, in der es unter anderem heißt:
Der Elternbeirat des Kindergartens hatte die Gemeinden Schlammersdorf und Vorbach um Bezuschussung einer sechsten Betreuungskraft gebeten, da für sie wegen der gesunkenen Kinderzahl nach dem Gesetz (BayKIBIG) keine Förderung dieser Betreuungskraft mehr möglich war. In dem Artikel wurde berichtet, dass das Gemeinderatsgremium gegen die Stimmen von Johannes Püttner und Michael Wiesnet den Beschluss fasste, sich an den nicht bedarfsnotwendigen Personalkosten zur Beschäftigung einer sechsten Fachkraft bis zu 20 Stunden wöchentlich finanziell zu beteiligen.
Da uns die Beweggründe, die uns veranlassten, dem Antrag des Elternbeirates in dieser Sitzung nicht zu zustimmen und gegen die Beschlussvorlage des Bürgermeisters zu stimmen, in dem Artikel nicht deutlich genug dargelegt erscheinen, möchten wir dazu folgendes klarstellen:
18.09.2008
| Netzcode: 1538625
Brief an die Redaktion
Als Eltern, engagierte Gemeindebürger und langjährige Mitglieder sowie Gönner des Kindergartenvereins St. Michael liegt uns sehr viel am Wohle der Kinder und des Vereins. Für uns war und ist es deshalb selbstverständlich, sowohl die Verantwortlichen des Vereins als auch das Kindergartenpersonal zu unterstützen, wann immer uns dies möglich ist.
Ungeklärte Fragen hinsichtlich der Notwendigkeit einer nach Ansicht des Gesetzgebers nicht bedarfsnotwendigen sechsten Betreuungskraft, unzureichende Informationen zur Finanzierung einer solchen durch Kindergartenverein und Eltern, sowie fehlende Alternativvorschläge, das Problem zu lösen, bewegten uns dazu, dieser Beschlussvorlage unsere Zustimmung zu verweigern.
Nachdem die Kinderzahl im Kindergarten von 70 im Jahr 2007/08 auf 61 in 2008/09 gesunken ist, wird eine sechste Betreuungskraft nach dem Gesetz nicht mehr gefördert. Nach Ansicht des Elternbeirates sollte eine sechste Betreuungskraft zum Wohle der Kinder aufrecht erhalten werden. Nach Ansicht der Behörden machen Kinderzahl und Buchungszeit eine zusätzliche Kinderpflegerin entbehrlich.
18.09.2008
| Netzcode: 1538625
Brief an die Redaktion
Unabhängig von Zahlen und Fördergeldern hätte uns die Meinung der Vertreter des Kindergartenvereins und vor allem die des Personals hinsichtlich der Notwendigkeit einer weiteren Betreuungskraft interessiert, die uns jedoch zum Zeitpunkt der Abstimmung nicht vorgelegen bzw. bekannt war.
Nach Beschlussvorlage sollte die Bezuschussung durch die beiden Gemeinden in gleicher Höhe erfolgen, in der sich die Eltern an den Personalkosten beteiligen. Den Anteil des St.-Michael-Vereins, als Träger des Kindergartens, muss dieser durch die Erhöhung der Elternbeiträge oder/und durch Beteiligungen Dritter (Spenden) gewährleisten. Auf unsere Nachfrage hin, ob der Verein diesen Anteil aufbringen könne, konnte uns weder die Vertreterin des Elternbeirates noch Bürgermeister Löckler eine klare Auskunft erteilen.
Am Sitzungsabend war weder die Finanzierung durch den Kindergartenverein geklärt, noch war eine Beitragserhöhung durch diesen beschlossen. Von unserer Seite wurde daher angeregt, das Ergebnis einer einen Tag nach der Sitzung stattfindenden Versammlung des Vereins abzuwarten, um uns ein genaueres Bild hinsichtlich der Finanzierung machen zu können, was jedoch von seiten des Bürgermeisters abgelehnt wurde. Bei einer vom Elternbeirat einberufenen Elternversammlung, an der 60 Prozent der betroffenen Eltern teilgenommen hatten, sprach sich anscheinend zwar die Mehrheit für eine Beitragserhöhung aus, jedoch herrschte keine Einigkeit über die Höhe der Beitragserhöhung.
18.09.2008
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Brief an die Redaktion
Die Beschäftigung einer zusätzlichen Erziehungskraft für 15 Stunden, wie vom Elternbeirat beantragt, war die einzige Alternative, die dem Gemeinderatsgremium aufgezeigt wurde, das "Betreuungsproblem" zu lösen. Wir hätten uns, wie übrigens in der vorangegangen Sitzung bereits angeregt, weitere Alternativvorschläge von seiten der Antragsteller gewünscht.
So hätte unseres Erachtens eine 400-Euro-Kraft, die man flexibel bei Krankheit oder Urlaub hätte einsetzen können, eventuell auch die Probleme gelöst, hätte Gemeinden und vor allem Eltern nicht die Hälfte der jetzt entstehenden Personalkosten verursacht und zu einer niedrigeren Erhöhung der Elternbeiträge geführt. Eine zielgerichtete Diskussion mit Elternbeirat, Kindergartenpersonal und Kindergartenverein wäre hier zur Entscheidungsfindung im Vorfeld sicher von Vorteil gewesen.
Dass der Gemeinde Schlammersdorf durch den Beschluss, nicht bedarfsnotwendige Kosten freiwillig zu unterstützen, vom überörtlichen Rechnungsprüfungsausschuss Probleme ins Hause stehen, sei ebenso am Rande bemerkt, wie die Tatsache, dass aufgrund der Beschlussvorlage 20 zusätzliche Stunden zugestanden wurden, obwohl von seiten des Elternbeirats lediglich 15 Stunden für notwendig erachtet wurden.
18.09.2008
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Brief an die Redaktion
Die kurzfristige Aufnahme der Beschlussfassung auf die Tagesordnung am Sitzungsabend, obwohl das Gemeinderatsgremium nicht vollständig war, dürfte ebenso als unglücklich angesehen werden, als die Tatsache, dass von seiten des Bürgermeisters vehement auf einen Beschluss gedrängt wurde. Wir hätten uns gewünscht, die offenen Punkte erst nochmals mit allen Beteiligten diskutieren zu können, um dann eine für Eltern, Kindergartenverein und Gemeinde tragbare Lösung zu erzielen.
Johannes Püttner, Gemeinderat
Michael Wiesnet, Gemeinderat
Leserbriefe müssen nicht die Meinung der Redaktion wiedergeben. Die Redaktion behält sich vor, Leserbriefe sinnwahrend zu kürzen.
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