Hamilton verliert Sieg am Grünen Tisch und wird nur Dritter - Massa gewinnt vor Heidfeld
Spa-Francorchamps. (dpa) Zweieinhalb Stunden nach seinem Husarenritt im Regen-Chaos auf der Ardennen-Achterbahn Spa- Francorchamps hat Teufelskerl Lewis Hamilton seinen Triumph am Grünen Tisch verloren. Die Rennkommissare ahndeten eine Abkürzung des Briten beim Großen Preis von Belgien durch eine Schikane im packenden Finalduell mit Ferrari-Rivale Kimi Räikkönen, der kurz darauf ausschied, mit einer Zeitstrafe von 25 Sekunden.
Dadurch fiel der McLaren-Mercedes-Mann vom ersten auf den dritten Rang zurück. Lachender Dritter war Felipe Massa im zweiten "Roten Renner". Der ursprünglich zweitplatzierte Brasilianer bekam so nachträglich den Sieg beim 13. Saisonlauf zur Formel-1-Weltmeisterschaft am Sonntag geschenkt. BMW-Sauber-Pilot Nick Heidfeld profitierte ebenfalls von dem Schiedsspruch und rückte auf Rang zwei vor.
Mercedes legt Protest ein
"Ich verstehe die Argumente nicht", kritisierte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug das für Hamilton und das britisch-deutsche Team folgenschwere Urteil. "Ich hätte nie damit gerechnet." Die drei Rennstewarts bewerteten Hamiltons Aktion als regelwidrige Vorteilsverschaffung. Normalerweise werde ein solches Vergehen mit einer Durchfahrtsstrafe bestraft. Da dies wegen des späten Zeitpunkts des Rennens - es lief bereits die vorletzte Runde - nicht mehr möglich war, entschieden sie sich für die 25 Sekunden. McLaren-Mercedes legte gegen den Schiedsspruch Protest ein. "Wir haben keine andere Wahl", hieß es in einem Team-Statement.
Von (dpa) |
08.09.2008
| Netzcode: 1525574
Spa-Francorchamps
Abkürzung durch eine Schikane
Hamilton verliert Sieg am Grünen Tisch und wird nur Dritter - Massa gewinnt vor Heidfeld
Das Urteil hatte auf den Grand Prix, aber auch auf die WM-Wertung gravierende Auswirkungen. Massa rückte durch seinen Sieg in der Gesamtwertung bis auf zwei Punkte an Spitzenreiter Hamilton heran. Vor dem Ferrari-Heimspiel am kommenden Wochenende in Monza ist damit für zusätzliche Spannung und Sprengstoff gesorgt.
Hamilton war neben Räikkönen die tragische Figur dieses am Schluss spektakulären Grand Prix: Erst schien der 23-Jährige wegen eines Drehers das Rennen früh verloren zu haben, dann verdrängte er nach wilden Attacken den führenden Räikkönen dank einer Gala im Regen noch von der Spitze - und schließlich verlor er den Sieg durch den Richterspruch. "Das war eines meiner besten Rennen", hatte Hamilton unmittelbar nach der Zieldurchfahrt gejubelt, als er noch nichts von der Bestrafung geahnt hatte. "Ich bin absolut glücklich, dass ich mich bei so schwierigen Bedingungen durchgekämpft habe."
Heidfeld mit Aufholjagd
Heidfeld überzeugte nach einer beeindruckenden Aufholjagd als ursprünglich Dritter und dann sogar Zweiter. "Ein Super-Ergebnis", sagte der um sein Cockpit kämpfende Mönchengladbacher. BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen begründete die späte Umrüstung auf Regenreifen, die letztendlich der Schlüssel zum Erfolg war: "Wir konnten sehen, dass beide Fahrer an der Spitze Probleme bekamen."
Von (dpa) |
08.09.2008
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Spa-Francorchamps
Abkürzung durch eine Schikane
Hamilton verliert Sieg am Grünen Tisch und wird nur Dritter - Massa gewinnt vor Heidfeld
Spa-Spezialist Räikkönen, der hier zuletzt drei Mal in Serie gesiegt hatte, rutschte auf der nassen Piste am Schluss sogar in einen Reifenstapel und blieb damit ohne Punkte. "Ich bin Lewis ausgewichen", schilderte der große Verlierer den knallharten Zweikampf relativ gelassen. "Ich habe gedacht, ich würde mehr Punkte als meine Konkurrenten holen, hab' aber verloren. So ist das eben."
Hamilton unterstrich trotz des "geraubten" Sieges eindrucksvoll seine Ansprüche auf den WM-Titel. "Das war das schärfste Rennen überhaupt - sensationell", schwärmte Haug nach der Regen-Gala seines leitenden Angestellten, ehe auch ihn der Schock traf. "Ich habe schon viel erlebt, aber so ist es auf den letzten Runden selten zugegangen. Lewis hat's allen gezeigt. Er war der Beste."
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