Abschluss der "Sommerlichen Musiktage": Junge Musiker interpretieren Werke großer Komponisten
Einen "bunten Salat aus verschiedenen Früchten" nannte Prof. Kurt Seibert scherzhaft das Ergebnis seines diesjährigen Meisterkurses als Teil der "Sommerlichen Musiktage Amberg". Beim Abschlusskonzert im Max-Reger-Gymnasium zeigten die jungen Musiker, wie verschiedene Charaktere auch unterschiedlich mit dem "Werkstoff Musik" umgehen.
Ein festes Programm war nicht vorgegeben, da die Schüler und Studenten bis zuletzt an ihren Vortragsstücken arbeiteten und erst ganz kurzfristig entschieden, welche Werke sie zu Gehör bringen wollten. Ein klarer Favorit hatte sich aber schon angekündigt: Vier der sechs Teilnehmer hatten sich für Robert Schumann entschieden, dessen umfangreiches Oeuvre an Klaviermusik Stücke für jedes Temperament enthält.
Schumann bildete denn auch den Auftakt. Noemi Köster hatte vier kleinere Werke des Rheinländers interessant kombiniert. Die Deutsch-Ungarin verband kontrastreich die melancholisch fließenden Melodien mit dramatisch aggressiven Klängen, die einen Blick in das zerrüttete Seelenleben des Komponisten freilegten.
Abschluss der "Sommerlichen Musiktage": Junge Musiker interpretieren Werke großer Komponisten
Als Lokalmatador trat der MRG-Schüler Michael Kohl an. Er wagte sich an den 1. Satz aus Ludwig van Beethovens 14. Klaviersonate. Ein wenig klang hier schon die eroische Menschheitsbegeisterung Beethovens an. Zum sturm-und-drängerischen Höhenflug fehlt dem erst 16-jährigen Pianisten allerdings noch ein Quäntchen Mut.
Song-Ah Lee spielte "Österreichisches", allerdings wiederum von Robert Schumann. Der bekannte "Frühlingsschwank aus Wien" stand auf dem Programm der jungen Koreanerin. Sie präsentierte das Werk allerdings nicht wie ein Glaserl Heurigen, sondern prickelnd und perlend wie Champagner. Und noch mal Schumann: Christine Müller aus Kaltenbrunn gab seiner Romanze eine emotionale Tiefe und berührte die Zuhörer durch ihr intensives und einfühlendes Spiel.
Einem ganz anderen Genre und auch gleich mehreren anderen Komponisten wandte sich Hae-Sook Lee zu. Sie brillierte mit Etüden von Johann Sebastian Bach, Frederik Chopin und Alexander Skrjabin. Unter ihren Händen vereinigten sich diese "Fingerübungen" aus drei musikalischen Epochen zu einer stimmigen Suite, mit der sie nicht nur technisches Geschick bewies, sondern auch ihr Einfühlungsvermögen.
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Zum Finale gab es - noch einmal - Schumann. Carol Meler aus Spanien spielte eine "Fantasie" hoch konzentriert, detailverliebt und meditativ dem Urgrund der Musik nachspürend - einfach meisterhaft.
Dieses Urteil kann man durchaus allen Teilnehmern des Abschlusskonzerts zukommen lassen. Jeder war auf seine Weise ein Meister im Umgang mit den schwarzen und weißen Tasten. Jeder interpretierte seine Stücke bereits auf eigenständige Weise und verlieh ihnen damit etwas Einzigartiges.
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