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US-Wahlkampf: Vorgestanzte Sätze statt Argumente
Kommentar von Karl Scheuerer
Eine wichtige Hürde hat John McCain, der republikanische Bewerber um die US-Präsidentschaft, schon mal genommen, zumindest in seiner eigenen Partei. Die Ernennung der zuvor unbekannten Gouverneurin von Alaska zur Aspirantin auf das Vizepräsidenten-Amt hat zunächst Kopfschütteln ausgelöst. Aber mit ihrer Rede beim Kongress in St. Paul hat Sarah Palin die Herzen der Delegierten im Sauseschritt erobert. Was ihre Rhetorik anlangt, ist sie zu einer ernsthaften Konkurrentin zu Barack Obama aufgestiegen. Allerdings: Sie hat sich mehr oder weniger nur persönlich vorgestellt, von Programmatik war da keine Spur.Damit aber steht sie nicht alleine da. Auch McCain hat sich bisher nicht konkret geäußert, wie er die Probleme des Landes lösen will. Er empfiehlt sich als eiserner Besen, der kräftig in Washington aufräumen will und dabei vergisst, dass es der Filz der eigenen Partei ist, der sich in acht Jahren George Bush angesammelt hat. Seine Äußerungen bleiben deshalb vage, weil er sich einerseits vom jetzigen Chef des Weißen Hauses absetzen will, andererseits dessen Regentschaft nicht völlig madig machen kann. Und er muss die Mitte gewinnen, ohne die Konservativen zu verprellen.
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