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Amberg
Gruselige Geschichtsstunde
"Mit dem Henker durch Amberg": Szenische Stadtführung durch Justizhistorie des Mittelalters
Amberg. (san) Der finstere Geselle tritt um die Ecke des Stadtbrillen-Durchgangs. Seine Kapuze hat er sich tief in das Gesicht gezogen. "Was steht's da so rum", herrscht er die Leute an und drängt sie beiseite. In der Hand hält er zwei Pfähle, liebevoll streicht er über deren geschnitzte Spitzen. Mit seinem mörderischen Werkzeug bahnt er sich einen Weg durch die Gruppe. Er hat es eilig, er muss die zweifache Kindsmörderin Kathrey Getzlin richten.
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| Der Henker war ein von der Gesellschaft Geächteter. |
"Verrecka soll s'"
Barbarisch mögen es Neuzeit-Menschen empfinden, wenn der Henker, dessen Beruf es ja war, Menschen im Auftrag des Staates vom Diesseits ins Jenseits zu befördern, schildert, wie er Kathrey Getzlin aus Paulsdorf richten wird. Erst will er die Frau auf Dornen betten, dann ihr die Pfähle in den Leib rammen. Schließlich soll ihr gemarterter Körper mit Erde bedeckt werden, damit sie qualvoll erstickt. "Verrecka soll s'", wünscht der Henker der zum Tode verurteilten Frau.
Dreifachmord von 1519
Der Fall der Kindsmörderin Kathrey Getzlin ist nicht der einzige, der in der Stadtführung "Mit dem Henker durch Amberg" beleuchtet wird. In eine Szene des Schauspiels wurde auch die Hinrichtung eines Dreifachmörders eingearbeitet. In der Bartholomäusnacht des Jahres 1519 hatte Hanns Weber aus Theuern drei Frauen erschlagen: die Witwe Sauerzapf, deren Tochter und die Magd. Der Mann leugnete zunächst, gestand aber dann doch unter der Folter. Vom Balkon des Amberger Rathauses verkündet der Henker das Urteil. "Ja, henkt's ihn", schreit eine auf dem Marktplatz stehende, mittelalterlich gewandete Frau.
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