NEUALBENREUTH/TIRSCHENREUTH. Ein eigenes Wirtshaus - und das gleich neben der Wohnung: Diesen Traum haben sich Wenzel und Christine Riederer erfüllt. Und es wurde sogar ein denkmalgeschütztes Gebäude. Auch die Dorfstuben "Zum Wirt" in Neualbenreuth können die Besucher deshalb am "Tag des offenen Denkmals" am Sonntag, 14. September, besichtigen. Nur eines von vielen Angeboten, die deutschlandweit an diesem Tag Besuchern vor allem ansonsten nicht zugängliche Gebäude zeigen sollen. Im Landkreis Tirschenreuth sind weiterhin alte Schachtanlagen bei Fuchsmühl, die Gründungsstätte von Kemnath und die Burgruine Plößberg im Programm. In Tirschenreuth können sich Interessierte den Klettnersturm, den historischen Wasserdurchlass, Grabungsfunde, die katholische Pfarrkirche und die Fischhofbrücke zeigen lassen. Waldsassen öffnet neben der Gruft der Basilika ansonsten nicht zugängliche Bereiche des Klosters: die Alte Mälzerei und den Apothekerflügel. Erstmals zu besichtigen ist auch das neue Haus St. Joseph, das erst am Freitag, 12. September, eröffnet wird. (Details auch unter www.tag-des-offenen-denkmals.de/laender/by/197).
04.09.2008
| Netzcode: 1521673
Belohnung für eine gelungene Sanierung
Urkunde der Hypo-Kulturstiftung für Wirtshaus
Die Dorfstuben "Zum Wirt" in der Raiffeisenstraße 14 haben am Denkmal-Sonntag von 10 bis 20 Uhr geöffnet. Von 16 Uhr bis 18.30 Uhr wird der Dämmerschoppen mit Musik untermal. Neben den sonst auch zugänglichen Wirtsstuben kann man am "Tag des offenen Denkmals" auch das Obergeschoss besichtigen.
Wirt im "Wirt" ist Wenzel Riederer. Im Hauptberuf arbeitet der 49-Jährige als Glasmacher bei der Waldsassener Glashütte Lamberts. Zusammen mit seiner Frau Christine wohnt er im Hauptgebäude des ehemaligen Bauernhofes der Schwiegereltern gleich nebenan. Das jetzt generalsanierte Gebäude ist im Jahr 1745 als Zollhaus gebaut worden und wurde später in den Bauernhof integriert, wo es als Wohnhaus für das Personal ("Gesindehaus") genutzt wurde. "Es ist seit Generationen in Familienbesitz", sagt Wenzel Riederer. Am Ende diente das Gebäude noch als Getränkemarkt, dann stand es jahrelang leer, bis sich die Riederers zu der Sanierung entschlossen.
Von 2003 bis Februar 2007 dauerte sie. Heute ist das originale Holzfachwerk wieder sichtbar, das die ganze Zeit unter dem Putz verborgen war. Auch viele tausend Arbeitsstunden an Eigenleistung steckten die Riederers in das Projekt. Soviel Einsatz wurde jetzt auch mit einer Anerkennung im Rahmen des "Denkmalpreis 2008 der Hypo-Kulturstiftung" gewürdigt, den heuer das Schloss Faber-Castell in Stein bei Nürnberg erhalten hat. Neben den Dorfstuben "Zum Wirt" bekamen weitere fünf denkmalgeschützte Gebäude in Bayern so eine Anerkennung. Wenzel Riederer ist stolz darauf, dass der Bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein ihm vor ein paar Wochen persönlich die Urkunde überreicht hat. "Herr Beckstein kannte sogar Neualbenreuth, weil ein Bekannter von ihm hier ein Hotel hatte." Offenbar waren die Becksteins früher sogar im Urlaub hier.
04.09.2008
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Belohnung für eine gelungene Sanierung
Urkunde der Hypo-Kulturstiftung für Wirtshaus
Seit das Gebäude fertig ist, hat sich das Familienleben in die Wirtsstube verlagert. "Privatsphäre gibt es nicht mehr", bedauert Wenzel Riederer ein wenig. "Es war schon eine Umstellung." Wenn alle beisammen sind, wird es eng in der Wirtsstube: Schließlich leben vier Generationen im Hauptgebäude. Neben der Uroma, dem Uropa und den Hausbesitzern Christine und Wenzel Riederer gehören auch noch deren drei Töchter und der Sohn dazu sowie die Zwillinge einer der Töchter. Noch eine echte Großfamilie also, so wie es sie früher einmal gab. Harald Mohr
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