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04.09.2008  | Netzcode: 1521669

Unheimliche Begegnung mit Batman

Fledermausführung: Spannende Suche nach den kleinen Düsenjägern

SCHNAITTENBACH. Die Exkursionsteilnehmer sind gerüstet: Taschenlampen, Mückenspray und eine warme Jacke für später sind obligatorisch. Manche gehen jedes Jahr mit, wenn Fledermausexperte Rudolf Leitl aus Amberg für den Landesbund für Vogelschutz (LBV) sie in der "Europäischen Fledermausnacht" wieder mitnimmt hinaus in die Nacht.

Vergangenen Freitagabend war es wieder einmal so weit. Um 19 Uhr geht es los. Fledermäuse sind dämmerungs- und nachtaktiv. Wer sie im Flug, aber auch aus der Nähe sehen will, der muss genau zur Dämmerung kommen, weil sie dann gerade noch in ihren "Schlafzimmern" sind. Überall im Wald hat der LBV Fledermauskästen aufgehängt.

Mit der Taschenlampe leuchtet Rudolf Leitl unter das Dach der Kästen, denn wenn Fledermäuse schlafen, dann hängen sie bequem kopfunter an der Decke. Die vorderen Extremitäten bilden bei der Fledermaus die Flügel, und deshalb krallt sie sich mit ihren Hinterbeinen fest. Die ersten Kästen sind leer. Keine Fledermaus-Exkursion ist wie die andere. Wann und wo man wie viele Fledermäuse welcher Art antrifft, ist deshalb immer wieder für Überraschungen gut. Jetzt hat Rudolf Leitl ein paar Wasserfledermäuse gefunden. Man kann sie seltsamerweise einfach so aus dem Kasten nehmen, obwohl es ein Leichtes für sie wäre, einfach davon zu fliegen. "Sie senken beim Schlafen ihre Körpertemperatur ab, um Energie zu sparen", erklärt Rudolf Leitl. Bis die verschlafene Fledermaus ihren Stoffwechsel hochgefahren hat, kann man sie leicht in die Hand nehmen. In einem anderen Kasten finden wir ein paar Fransen-Fledermäuse, eine in ganz Bayern verbreitete Art. Im nächsten Kasten hängt ein Großes Mausohr-Pärchen. "Es ist ihre Paarungsstube", erklärt Rudolf Leitl. Das Große Mausohr ist mit einer Flügelspannweite von bis zu 40 Zentimetern die größte heimische Fledermausart. Dennoch wiegt selbst ein ausgewachsenes Großes Mausohr nur etwa 30 Gramm. So extrem leicht eine Fledermaus ist, so einen intensiven Stoffwechsel hat sie auch. "In einer Nacht frisst eine Fledermaus bis zur Hälfte ihres Körpergewichts an Insekten." Deshalb wird es jetzt Zeit für die Flattertiere, aufzuwachen und ihre aktive Tageshälfte zu beginnen, die fast ausschließlich aus Fressen besteht.

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