Vom Heindlkeller übers Waldhäusl bis zum Fichtenbühl
WEIDEN. Wenn die älteren Weidener sich ihre Mass Bier, den Radi und das Schnittlauchbrot in einen der vielen schattigen Biergärten schmecken lassen, dann werden oft Erinnerungen wach, an "alte Zeiten", als es in der Max-Reger-Stadt noch die urigen Gasthäuser mit den Freizeitoasen unter alten Kastanien und Linden gab. Wo unter freiem Himmel die Blasmusik aufspielte und fesche Bedienungen im Dirndl die Brotzeiten und Getränke servierten.
Wenn eine Runde gstandner Mannsbilder zusammensaß, dann ging's oft hoch her und die Sperrstunde spielte keine Rolle mehr. "Leben und leben lassen", hieß damals das Motto in den oft schon vergessenen Biergärten. Hoch her ging es in den Sommermonaten droben am "Postkeller". Die Weidener pilgerten am Wochenende in Scharen hinaus zum "Weidener Nockherberg", wo meist im Biergarten die Musik aufspielte und der Höreth-Wirt für echt oberpfälzische Schmankerln wie den sauren Pressack oder das Gselchte sorgte.
Nicht mehr viele Weidener dürften es sein, die den früheren Biergarten beim Josefshaus oder bei der Gaststätte "Prinz Ludwig" neben dem heutigen Handwerkerhaus kannten. Genauso wie den Iblacker-Biergarten an der Bahnhofstraße, wo sich die Weidener Honoratioren am Feierabend trafen und sich den edlen Gerstensaft schmecken ließen. Ein weiteres Ausflugsziel der Weidener, von denen damals nur wenige ein Auto hatten, war die Bierwirtschaft in der Mooslohe. Während sich der Vater eine süffige Mass bestellte und die Mutter mittrank, gab es für die Kinder ein "Kracherl" und ein Butterbrot.
28.08.2008
| Netzcode: 1514593
Unvergessliche Biergärten
Vom Heindlkeller übers Waldhäusl bis zum Fichtenbühl
Unter schattigen Linden saßen die Weidener auch am Fichtenbühl zusammen. Auf dem gemauerten Podium inmitten des Biergartens spielte im Sommer an jedem Sonntagnachmittag die Blechmusi und die Kinder tollten umher. Die Halbe Bier kostete nicht einmal eine Mark, die Brotzeiten - Wurstaufschnitt mit Bauernbrot und Senf oder Knackwürste - vielleicht zwei Mark.
Dann gab es noch den unvergesslichen "Heindlkeller" am Fuße des Fischerbergs zwischen dem heutigen Hopfenweg und der Dekan-Pfeiffer-Ruhe, wo der Maurer neben dem Regierungsrat saß, wo die frischen Radieserln mit dem Backstoa-Kas unter freiem Himmel doppelt so gut schmeckten als im heimischen Wohnzimmer. Nicht weit weg war auch das unvergessliche Zollhäusl, wo viele Weidener bei einem "sauren Kas", der Spezialität der Wirtsleute Pöppl, die wunderschöne Aussicht auf Weiden genossen.
Ein Geheimtipp der Biergartenfreunde war früher auch der "Landgraf-Keller" draußen am Langen Steg. Hier trafen sich die Fußball-Anhänger der SpVgg, wie der Sinzinger-Wadl, der Hoch-Mathl oder Vogl-Willi, die dann Sieg oder Niederlage der Schwarz-Blauen bei einer (oder mehreren) Mass Bier genau zerpflückten.
28.08.2008
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Unvergessliche Biergärten
Vom Heindlkeller übers Waldhäusl bis zum Fichtenbühl
Weitere Treffpunkte waren noch der Biergarten in Trippach oder der "Schnoang-Wirt" in der Weiding oder der bei der Max-Reger-Gaststätte am Schlörplatz mit dem "Wasserloch". Die meisten dieser urgmütlichen Biergärten mit den strammen Bäumen, Holztischen und -bänken gehören leider der Vergangenheit an. Andere lassen aber - gottseidank - die Biergarten-Tradition weiter hochleben. Klaus Federl
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