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Von (otr)  |  27.08.2008  | Netzcode: 1513444
Weiden

Erst nominiert, dann gestrichen

Christine Stöckl darf nicht an den Paralympics teilnehmen - Verband geht Rechtsstreit aus dem Weg

Weiden. (otr) Christine Stöckl darf bei den Paralympics in Peking für Deutschland doch nicht an den Start gehen. Die Weidener Pistolenschützin wurde völlig überraschend nach erfolgter Nominierung nachträglich wieder aus dem Kader gestrichen. "Das ist ein sportlicher Tiefschlag für mich". kommentierte die Schützin die Entscheidung.

Die Paralympics in Peking hatte Christine Stöckl
Die Paralympics in Peking hatte Christine Stöckl bereits ins Visier genommen. Kurzfristig wurde die eigentliche nominierte Behinderten-Sportschützin aus Weiden aber wieder ausgeladen, da der Deutsche Behindertensportverband scheinbar kalte Füße bekam. Eine Schützin aus Baden-Württemberg hatte gerichtliche Schritte angedroht, falls sie nicht das Startrecht für Peking erhält. Bild: otr
Was war passiert? Die Nominierungskommission des Nationalen Paralympischen Komitees für Deutschland (NPC) hatte am 23. Juni die 170 Athleten benannt und auch öffentlich bekannt gemacht, die Deutschland bei den Paralympischen Spielen in Peking vertreten werden. Darunter war auch die Weidener Pistolenschützin, die schon vor vier Jahren bei den Paralympics in Athen für Deutschland gestartet war. Obwohl Christine Stöckl bei den Qualifikationsveranstaltungen jeweils mit mindestens einem Ring unter der vom NPC geforderten Norm von 366 Ringen blieb, wurde sie dennoch für Peking nominiert. In anderen Wettkämpfen hatte sie nämlich mehrfach die Norm übertroffen.

Grundlage für die Entscheidung des Komitees waren somit die reellen Medaillenchancen der Weidenerin aufgrund der seit langem gleichbleibend hohen Resultate und der zum Nominierungszeitpunkt erkennbaren überdurchschnittlichen Leistungssteigerung. In den vom NPC auch veröffentlichten Qualifikationsrichtlinien ist ausdrücklich festgehalten: "Die sportartspezifischen Qualifikationskriterien stellen eine notwendige, aber keine ausreichende Voraussetzung für die Nominierung dar. Die Entscheidung zur Nominierung obliegt abschließend der Nominierungskommission."

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