Kurze Mail zerstört Traum
Kommentar von Alfred Schwarzmeier
Wie sehr hatte sich Christine Stöckl auf ihre zweiten Paralympics gefreut. Vor vier Jahren in Athen verpasste die Behinderten-Sportschützin den Sprung unter die ersten Acht, diesmal wollte sie in Peking Versäumtes nachholen. Experten hatten sie mit der Luftpistole als Medaillenkandidatin auf der Rechnung.
Doch statt Gold, Silber oder Bronze gibt's nur Blech: Der Deutsche Behindertensportverband ist eingeknickt und hat die Weidenerin trotz der offiziellen Nominierung sang- und klanglos aus dem Paralympics-Kader gestrichen. Eine kurze Mail an die Athletin, darin einige Worte des Bedauerns, das war's.
Wer so mit einer Weltklasse-Athletin umgeht, lässt es nicht nur an Sensibilität vermissen, sondern auch an Rückgrat. Statt zu einer verbindlichen Entscheidung zu stehen, kuscht der Verband vor der Androhung gerichtlicher Schritte. Leidtragende ist Christine Stöckl, die auf den sportlichen Höhepunkt zielstrebig hingearbeitet hat. Und deren Medaillentraum nun geplatzt ist.
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