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Von (ch)  |  26.08.2008  | Netzcode: 1512717
Schwandorf

Ein "Hochzeits"-Geschenk mit juristischem Pferdefuß

Städtischer Beamter nimmt von Ingenieurbüro Freikarten zur Landshuter Hochzeit an - Verfahren wegen Vorteilsnahme eingestellt

Korruption beginnt im Kleinen, deshalb hat der Gesetzgeber auch ein wachsames Auge darauf. Wo kleine Anstandsgeschenke enden und die Vorteilsnahme für Amtsträger und leitende Behördenmitarbeiter beginnt, ist dennoch eine Grauzone. Nach Auskunft des städtischen Pressesprechers Jens Wein ist sie in der Großen Kreisstadt genau geregelt: Was mehr wert ist als 25 Euro, darf nicht angenommen werden, um nicht in den Ruch der Vorteilsnahme oder gar der Bestechlichkeit zu geraten. Ein entsprechende interne Dienstanweisung bekommen die Mitarbeiter regelmäßig zugeschickt, zuletzt Weihnachten 2007.

Ein Beamter des städtischen Bauamtes ist dennoch in die "Belohnungsfalle" getappt. Ein Landshuter Ingenieurbüro hatte ihm 2005 Karten zu den Ritterspielen der Landshuter Hochzeit geschickt. Die sind ungefähr so leicht zu bekommen wie Tickets für die Wagnerfestspiele in Bayreuth: Für Zehntausende endet die Anfrage alle vier Jahre mit einer Enttäuschung.

Hohe Geldauflage



Der in Regensburg lebende Geschäftsführer des Landshuter Büros, das auch schon von mehreren Kommunen im Landkreis Aufträge erhalten hat, verschickte Karten an aktuelle und potenzielle Kunden, wie eine Landshuter Wochenzeitung berichtete. Das Verfahren gegen den Geschäftsführer wegen Vorteilsgewährung an eine ganze Reihe von Amtsträgern wurde gegen eine Auflage von 10 000 Euro eingestellt.

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