Dreschen, dass es nur so staubt
Zur 50. Woizkirwa wird auf dem Luitpoldplatz bäuerliche Arbeitswelt von einst wieder lebendig
Sulzbach-Rosenberg (gfr). Als äußerst staubige Angelegenheit, aber auch als Publikumsmagnet entpuppte sich am Woizkirwasonntag das "Drescherfest" auf dem Sulzbacher Marktplatz. Unzählige Schaulustige hatten sich versammelt und harrten gespannt der Dinge, die da kommen sollten.
Die alte "Ködel & Böhm" gehört der Dorfgemeinschaft Boden und hat bereits 71 harte Arbeitsjahre hinter sich. Gerste, Roggen, Weizen oder Hafer drischt sie noch wie damals, trennt die Spreu von den Körnern, presst das leere Stroh zusammen und schiebt es auf den Erntewagen. Unzählige Räder werden von den Lederriemen angetrieben, bringen den Dreschmechanismus in Bewegung und rütteln die Siebe.
Der "Kannesbauer" aus Edelsfeld, Georg Graf gabelte die Korn- und Weizengarben auf den Einschubtisch, wo Helga Späth die Verschnürungen löste und Wolfgang Winter darauf achtete, dass die Strohbündel zerteilt in die Dreschmaschine rutschten und nicht den Dreschmechanismus verstopften. Langsam füllten sich die Säcke mit Getreide, wurden zugebunden, auf einer Hebevorrichtung angehoben und abtransportiert.
Unter der Dreschmaschine füllten sich die großen Körbe mit Spreu und am hinteren Ende pressten einige kräftige Metallarme das leere Stroh zusammen. Schon bald war der Luitpoldplatz in eine Staubwolke eingehüllt, aber so sah bäuerliche Arbeit vor 50 Jahren und mehr einmal aus.
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