Zum Artikel "Putzfrauen für Gemeinde zu teuer" aus unserer Donnerstagsausgabe:
Ein Konflikt zwischen "Sparen" und Menschlichkeit" - gesiegt hat das "Sparen" in Püchersreuth. Verlierer sind, wie so oft, Frauen in eh schon niedrig bezahlten Jobs - oftmals noch in Teilzeit.
Die überörtlichen Rechnungsprüfer des Landratsamtes, die im übrigen nach dem gleichen Tarifvertrag (TVöD) bezahlt werden (sollten sie keine Beamte sein), monieren die hohen Kosten. Dabei sind die Stundenlöhne für die Reinigungskräfte mit 9,11 bis 12,07 Euro nicht gerade üppig! Argumente wie Zuverlässigkeit, Treue und Flexibilität spielen bei Empfehlungen dieser Art keine Rolle! Jede zusätzlich notwendige Reinigungsarbeit, die ja wohl in Gebäuden wie Schulen vorkommen dürfte, muss auch zusätzlich an den "Privaten" bezahlt werden.
Ich frage mich, ob bei Entscheidungen dieser Art auch alle Faktoren berücksichtigt werden. So wird Püchersreuth künftig weniger Anteile an der Lohnsteuer erhalten - die bemisst sich ja nach dem Bruttolohn. Sollte die Hoffnung der Püchersreuther Räte auf Übernahme der Reinigungsfrauen bei dem Privaten (auf die sie einen Rechtsanspruch haben) nicht erfüllt werden - kommen eventuell noch weitere Kosten auf die Gemeinde zu, wenn im Falle einer Arbeitslosigkeit das gezahlte Arbeitslosengeld nicht zum Leben reicht.
23.08.2008
| Netzcode: 1510415
Leserbriefe
Wie müssen sich die Betroffenen nur fühlen, wenn sie einen Tag vorher in der Zeitung lesen durften, dass ein Herr Ackermann fast 14 Millionen Euro 2007 "verdiente", die Bezüge der Vorstände von mittelgroßen Unternehmen um 8,34 Prozent gestiegen sind? Ob den Kommunalpolitikern auch klar ist, dass sie mit Entscheidungen dieser Art dafür sorgen, dass die Wahlmüdigkeit der Bevölkerung weiter steigt - einfach aus Enttäuschung? Ich kann den Betroffenen nur raten, gegen Kündigungen gerichtlich vorzugehen - zu verlieren haben sie ja nichts mehr!
Karlheinz WinterAltenstadt/WN
Das Billigste ist
nicht das Beste
So, so. Nun wird in Püchersreuth auch der Rotstift angesetzt und gnadenlos gestrichen. Es sollen in naher Zukunft die Hausmeister- und Reinigungsdienste an der Grundschule neu vergeben werden. Man erhoffe sich Einsparungen von monatlich rund 1400 Euro! Unsere Putzdamen müssen ja super verdient haben, wenn sich dadurch ein bis zwei Arbeitskräfte einsparen lassen. Ich hoffe nur, dass man seitens des Gemeinderates sich die Zeit genommen hat und mit den betreffenden Frauen über diese schwerwiegende Entscheidung gesprochen hat. Es wäre doch sehr unanständig, solches aus der Zeitung zu erfahren.
23.08.2008
| Netzcode: 1510415
Leserbriefe
Eine überörtliche Behörde habe empfohlen, die Reinigungsarbeiten an eine günstigere Firma zu übertragen. Ein Glück, dass der Gemeinderat den "Schwarzen Peter" für eine solche Entscheidung an die "überörtliche Behörde" weitergeben konnte. Es ist erfreulich, dass wenigstens einer der Gemeinderäte dazu bereit war und mit seiner Gegenstimme Ablehnung signalisierte (oder ist es nicht eigentlich traurig, dass sich nur einer fand?).
Aus Erfahrung kann ich berichten, dass man an einer Landkreisschule, ebenfalls um Geld zu sparen, vor einiger Zeit den Reinigungsdienst neu ausgeschrieben hat. Den Zuschlag erhielt die "günstigste" Firma. Vorher aber schickte man die fleißigste der Putzfrauen noch schnell in den Ruhestand (damit man sie nicht entlassen musste), die anderen Damen wurden von der neuen Firma übernommen. Jetzt putzen sie in weniger Zeit mit weniger Personal für weniger Geld mit weniger Putzmitteln (ja, auch das wird vorgeschrieben!) die Schule. Toll, was man mit so viel weniger alles erreichen kann: Die Schule ist eindeutig schmutziger geworden. Man mutet den Kindern über einen Schulvormittag eine Umgebung zu, die man zu Hause niemals dulden würde. Aus Zeitgründen wird schön um die Möbel herumgewischt. In die Ecken und unter die Schuhregale findet kein Schrubber mehr den Weg. Wir Lehrer haben uns einen Staubsauger zugelegt und saugen nun selbst die den Putzfrauen nicht "zugänglichen" Bereiche.
23.08.2008
| Netzcode: 1510415
Leserbriefe
Vor einiger Zeit war im "Neuen Tag" zu lesen, dass in einer Weidener Schule die Lehrer sogar die Fenster putzten. Nun, unsere Einrichtung ist kein Einzelfall. Ähnliche Klagen kann man auch von Kollegen anderer Schulen vernehmen.
Die Putzdamen, die bisher ihre Arbeit an der Püchersreuther Schule verrichteten, haben diese mit Sicherheit gern, gründlich und mit Engagement für "ihre" Schule getan. Ich wage es, zu behaupten, dass sie sogar manches Mal mehr geleistet haben, als vertraglich ausgehandelt war. Vorbei wäre es mit flexiblen Einsätzen zum Beispiel nach besonderen Veranstaltungen im Schulhaus. Mal sehen, im Falle, dass sie nicht übernommen werden, wie auswärtige Dienstleister ihre Aufgabe erfüllen werden.
Auch bei Reinigungsfirmen gilt der Spruch: Das Billigste ist nicht das Beste. Es sei denn man nimmt die qualitativ starken Einbußen bewusst in Kauf, um Geld zu sparen, was bei technischen Geräten durchaus in Ordnung sein kann. In der Schule geht es aber um die Kinder und ihre Lehrer. Hat man wenigstens mit den betroffenen Damen geredet, um nach Kompromissen zu suchen? Ich könnte mir vorstellen, dass sie auch weiterhin gerne für unser Schulhaus in unserem Dorf sich einsetzen würden.
Michael RaabPüchersreuth
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