Letzte Arbeiten an der Autobahn A 6 - Verkehrsader von Brest bis Brno (Brünn)
AMBERG-SULZBACH. Die A 6 zwischen der Anschlussstelle Amberg-Ost und dem Autobahnkreuz Oberpfälzer Wald wird am Mittwoch, 10. September, feierlich eröffnet und am nächsten Morgen für den Verkehr freigegeben. Die Europastraße 50 wird dann vom französischen Atlantikhafen Brest über Paris, Saarbrücken, Heilbronn, Nürnberg und Prag bis Brno (Brünn) durchgehen.
Verantwortlich für den Bau ist vor allem Michael Probst, Technischer Oberamtsrat bei der Dienststelle Nürnberg der Autobahndirektion Nordbayern. Der Bauingenieur wechselte vom Straßenbauamt Nürnberg vor vier Jahren zur Autobahndirektion, um die A 6 zu bauen. "Ich hab' den fertigen Plan auf den Tisch gekriegt." Eine 20,4 Kilometer lange Autobahn in schwierigem Gelände in nur vier Jahren zu bauen, ist eine fast unlösbare Aufgabe: "Eine kürzere Bauzeit kann es nicht mehr geben", weiß der 49-Jährige aus Erfahrung: Beim Straßenbauamt war er in Amtshilfe für viele Autobahnbaustellen rund um die Frankenmetropole zuständig.
21.08.2008
| Netzcode: 1507270
Jahrtausend-Baustelle kurz vor Abschluss
Letzte Arbeiten an der Autobahn A 6 - Verkehrsader von Brest bis Brno (Brünn)
Der Mann ist also Stress gewohnt. Immerhin muss bei einem völligen Neubau in der Natur nicht dauernd dichter Verkehr an der Baustelle vorbeigeleitet werden. Dafür musste sich der Projektleiter hier mit dem Oberpfälzer Granit auseinandersetzen. Tief schneidet die Trasse ins Urgestein, hoch füllt das weg gesprengte Gestein die Talmulden auf. Allein dieser Materialtransport war eine logistische Meisterleistung.
Nach Fertigstellung der Beton-Fahrbahndecke vor wenigen Wochen ist die größte Baustelle Bayerns jetzt in ihrer letzten Phase. Doch der Termindruck bis zum 10. September bleibt enorm: "Wir werden bis zum letzten Tag bauen müssen", weiß Michael Probst. Überall auf der Baustelle das gleiche Bild: Spezialfirmen bauen die Leitplanken ein, andere montieren die Wildschutzzäune. Bagger formen aus Humus runde Übergänge zum Gelände. Deckenfertiger "teeren" die Brücken und die Anschlüsse zur Betondecke, die allerletzten Lücken.
Eine Großbaustelle für sich ist noch die Anschlussstelle Amberg-Ost. Hier und nur hier werden einige hundert Meter so gebaut, wie es ursprünglich für die ganze Autobahn geplant war: Mit einer Asphaltdecke. Sie schließt die jahrzehntelang bestehende Lücke zur vorhandenen A 6. "Wir haben 400 Meter Richtung Nürnberg gleich mit erneuert, die Fahrbahn war hier völlig kaputt", erklärt Michael Probst. Die A 6 ist ein internationales Vorzeigeprojekt. Gespart wurde hier nicht, wie heute so oft auch bei Autobahnen. Schwerlasttaugliche Betondecke, volle Fahrbahnbreite auch auf den Standspuren, die A 6 ist eine Autobahn wie aus dem Lehrbuch. Den Parkplatz mit WC-Anlage Stocker Holz hat man in der Nachplanung noch für 30 Lkw ausgelegt wegen des ständig zunehmenden Verkehrs. "Früher sind fünf Lkw reingegangen", erinnert Michael Probst an die einst üblichen Parkplätze.
21.08.2008
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Jahrtausend-Baustelle kurz vor Abschluss
Letzte Arbeiten an der Autobahn A 6 - Verkehrsader von Brest bis Brno (Brünn)
Man hat das Jahrtausendprojekt fast für die Ewigkeit geplant. Eines der versteckten Geheimnisse ist ein begehbarer Versorgungstunnel, der unter der Fahrbahn die beiden Hälften der Parkplatzanlage verbindet und alle Ver- und Entsorgungsleitungen enthält. Man hat ihn extra so groß gemacht, um später weitere Leitungen legen zu können. Auch neben den Fahrbahnen laufen dicke Leer-Rohre, die noch viel Platz bieten für Kabel von Systemen, von denen heute noch niemand etwas ahnt.
Auch nach der Verkehrsfreigabe wird die Arbeit noch nicht beendet sein. "Noch drei bis vier Monate" ist man beschäftigt, etwa mit der Landschaftsgestaltung unter den großen Brücken oder der Fertigstellung von Waldwegen. Um die Autobahn herum wächst ein Geflecht aus umgeleiteten Wegen, Regenwasserkanälen oder Ausgleichsflächen. Es sind ja nicht nur vier Spuren Fahrbahn, sondern ganze neue Kulturlandschaften. Denn Jahrzehnte später soll es so aussehen, als wäre die Autobahn immer schon Bestandteil der Natur gewesen. Harald Mohr
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