Neuer "Walderlebnispfad" in der Wagensass eröffnet
SULZBACH-ROSEN-BERG. An die tausend "Waldlehrpfade" soll es geben in Deutschland. Doch der Schilderwald im Wald mit seinen mahnenden Textwüsten neben verkitschter Öko-Romantik vergilbt. Vor etwa zehn Jahren setzte deshalb ein Trend zum "Walderlebnispfad" ein: Man soll neugierig gemacht statt belehrt werden, spielen können statt lesen müssen. Der neueste Pfad in der Region wurde jetzt bei Sulzbach-Rosenberg eröffnet. Für die Sulzbach-Rosenberger ist das Waldgebiet "Wagensass" im Südwesten der Stadt seit langem ein beliebtes Naherholungsgebiet. Jetzt werden die Wanderwege und der Trimm-Dich-Pfad ergänzt durch einen 3,8 Kilometer langen Walderlebnispfad. Das Gebiet ist Staatswald und gehört heute der Anstalt des Öffentlichen Rechts Bayerische Staatsforsten, die auch den Erlebnispfad gebaut hat.
Erdacht hat den Pfad Klaus Bichlmaier, der stellvertretende Leiter des Forstbetriebs Schnaittenbach, der für die Staatswälder im Landkreis zuständig ist. "Das Thema brennt mir schon seit zehn Jahren auf den Nägeln", erzählt Klaus Bichlmaier. "Ich habe den Niedergang des alten Waldlehrpfades erlebt." Doch zu Zeiten der Forstämter habe es einfach kein Geld für einen neuen Pfad gegeben. Der neue Walderlebnispfad ist Bestandteil eines neuen Erholungskonzeptes für die Wagensass, einem 500 Hektar großen Gebiet, auf dem einst die Herzöge von Sulzbach ihr Holz gewannen.
21.08.2008
| Netzcode: 1507266
Wer macht im Wald "Didüdüdüdüduvitju"?
Neuer "Walderlebnispfad" in der Wagensass eröffnet
Mit Holz haben auch die meisten Stationen etwas zu tun. So kann man mit verschiedenen Holzarten auch unterschiedliche Klänge erzeugen, was man selbst ausprobieren kann. Zwar steht heute das Tun im Vordergrund, aber auch Betrachten kann man noch genügend. Zum Beispiel die sich an den neuen Weihern wieder einstellende Fauna und Flora. Im Mittelalter versuchte sich der Sulzbacher Adel hier in der Fischzucht. Bald gab man das aber auf, die Teiche verlandeten und wurden wieder aufgeforstet. Jetzt hat man sie wieder aufgeschoben. Aber nicht, um hier Fischzucht zu betreiben. Als "Himmelsweiher" werden sie nur durch den Regen geflutet und fallen auch immer wieder trocken. So ist ein vielfältiger und sich ändernder Lebensraum entstanden. Manche Tiere wie die Gelbbauchunke sind sogar auf das Trockenfallen angewiesen.
Interessant auch die "Vogeluhr". Die Singvögel beginnen ihren Gesang nämlich in einer bestimmten Reihenfolge, und der "Singplan" ist eben die "Vogeluhr". Hier erfährt man aber nicht nur die immer recht genau eingehaltenen Zeiten, sondern auch, welcher Vogel wie singt. Frühaufsteher sind etwa die Amseln, die gegen 4.15 Uhr mit ihrem "dix-dix-dix" beginnen. Um fünf Uhr früh wacht der Buchfink auf und begrüßt seinen Tag mit einem fröhlichen "didüdüdüdüduvitju". Der Langschläfer Star sehnt sich wohl nach einer weiteren Mütze voll Schlaf, wenn er um 5.40 Uhr "bett-bett" ruft.
21.08.2008
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Wer macht im Wald "Didüdüdüdüduvitju"?
Neuer "Walderlebnispfad" in der Wagensass eröffnet
Nicht nur für Kinder ist die Station "Spielen-Gestalten-Basteln" interessant: Hier kann man etwa mit den Armen den Stammumfang eines Baumes messen oder die Höhe eines Baumes mit einer simplen Methode feststellen. Eine Art Klassenzimmer im Grünen ermöglicht es auch Schulklassen, hier eine etwas andere Biologiestunde zu erleben.
Beim "Tierweitsprung" wird es sportlich. Mit welchem Waldtier kann man es aufnehmen? Angenehmer Nebeneffekt: Auch ein Erwachsener kann nicht anders. Er muss es einfach wissen und springt - sicher meistens das erste Mal nach der Schulzeit - wieder mal in einen Sandkasten. Reinhard Lenz, der Leiter des Forstbetriebs Schnaittenbach, ist zufrieden: "Der Walderlebnispfad wird gut angenommen." Harald Mohr
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