Nachtfahrverbot Erleichterung für Schwarzenfeld - Wirkt sich die komfortable Staatsstraße 2151 negativ auf den Markt aus?
Schwarzenfeld. (cv) "Es war unerträglich", fasst Siegfried Nußhart, Sprecher der Bürgerinitiative gegen den Schwerlastverkehr, zusammen. "Bei täglich 2500 Lastwagen haben wir im Auto durch den Ort 20 Minuten gebraucht". Die BI zählt die Tage bis zur Freigabe der Autobahn A6, gibt aber auch zu bedenken, dass die mit Umgehungen komfortabel ausgebaute Staatsstraße 2151 Verkehr aus dem Raum Waldmünchen in den Markt ziehen könnte.
In einer Gesprächsrunde mit Bundestagsabgeordneten Klaus Hofbauer (CSU), den Bürgermeistern Manfred Rodde (Schwarzenfeld) und Hans Schrott (Fensterbach) fassten Vertreter der Bürgerinitiative nochmals die Entwicklung der Verkehrssituation in den Gemeinden Schwarzenfeld und Fensterbach zusammen.
Im Jahr 2005 wurde die A6-Ortsumgehung Wernberg frei gegeben. Schon kurz darauf trat ein, was schon viele befürchtet hatten: Der Transitverkehr, der in den auf 7,5 Tonnen beschränkten Ortsdurchfahrten Wernberg, Hirschau und Schnaittenbach außen vor bleiben musste, suchte sich über die A 93 den Weg durch Schwarzenfeld, Dürnsricht und Knölling nach Amberg.
Zwei Demos
So konnte es laut BI-Sprecher Siegfried Nußhart nicht weiter gehen. Die zehnköpfige Bürgerinitiative gegen den Schwerlastverkehr wurde ins Leben gerufen. Die Bürger waren entnervt, Geschäftsleute klagten über 50 Prozent Umsatzeinbuße. 1350 Unterschriften wurden gesammelt und dem Landrat übergeben. Die Forderung der BI: Die Verkehrslast zu gleichen Teilen auf die Staatsstraße 2151, die B 85 und die B 14 verteilen. Es folgte eine Demo mit 500 Teilnehmern in Schwarzenfeld. "So was hat es hier noch nie gegeben", betonte Nußhart. Schon eine Woche vorher standen die Brummis bei einer Protestaktion in Dürnsricht.
Von (cv) |
23.07.2008
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Schwarzenfeld
Bürgerinitiative und Politiker in einem Boot
Nachtfahrverbot Erleichterung für Schwarzenfeld - Wirkt sich die komfortable Staatsstraße 2151 negativ auf den Markt aus?
Erleichterung, als dann das Nachtfahrverbot durchgesetzt werden konnte. "Es hat sich eingespielt", so der BI-Sprecher. Insgesamt habe sich die Situation gebessert. Allerdings zählt er tagsüber immer noch alleine 30 Transit-Laster in einer halben Stunde. Nußhart sieht eine neue Gefahr aus Richtung Waldmünchen heraufziehen: Die Staatsstraße 2151 wurde und wird mit Ortsumgehungen komfortabel ausgebaut. Nußhart befürchtet, dass die Laster nicht nach Süden auf die B 85, sondern ab Asbach/Traunricht durch Schwarzenfeld, Dürnsricht und Knölling zur A 6 fahren.
Besteht sie Möglichkeit, die Ortsdurchfahrt wie in Wernberg, Schnaittenbach und Hirschau tagsüber für den Durchgangsverkehr über 7,5 Tonnen zu sperren? "Wir fordern hier lediglich eine Gleichbehandlung", so der BI-Sprecher. Abschließend betonte er, dass die Bürgerinitiative so lange beieinander bleiben werde, bis sichtbar sei, "was uns die A 6 bringt".
Zahlen auf den Tisch
"Es müssen Vergleichszahlen auf den Tisch", stellte Klaus Hofbauer fest. Er sieht bei der Staatsstraße 2151 nicht so sehr das Problem des Transitverkehrs, da der Grenzübergang Waldmünchen nicht "die" Bedeutung habe. Hier handle es sich vorrangig um den regionalen Verkehr zwischen zwei Landkreisen, der allerdings nicht unterschätzt werden dürfe und beobachtet werden müsse. Die BI könne sich jedenfalls auf die Fahnen schreiben "äußerst erfolgreiche Arbeit geleistet zu haben. Es ist etwas erreicht worden". Die Tatsache, "dass Politiker an Seite der BI standen", ist für Hofbauer ein "gewisses Phänomen".
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23.07.2008
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Bürgerinitiative und Politiker in einem Boot
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"Mit Restverkehr leben"
Manfred Rodde hob besonders die bürgerfreundliche Vorschriftenauslegung des früheren Regierungspräsidenten hervor und dankte ebenso MdB Klaus Hofbauer und MdL Otto Zeitler für ihre Unterstützung. Mit dem Nachtfahrverbot sei eine Lösung gefunden worden. Ein "generelles Zumachen" könne er sich aber nicht vorstellen. Fließender Verkehr belebe auch den Ort. "Mit einem gewissem Restverkehr werden wir leben müssen und können". Bei einer möglichen Ortsumgehung macht sich bei Rodde Skepsis breit, bedeute sie doch auch Lärmbelastung für andere Wohngebiete.
Hans Schrott brachte die auf Fensterbacher Terrain geplante Umgehung ins Gespräch: "Nur 70 Prozent Zuschuss und Vorfinanzierung, das können wir uns nicht leisten". Doch man dürfe nicht den Verkehr aus dem Nürnberger Raum unterschätzen. "Denkt an uns, wenn es Pulver gibt", meinte Schrott an Hofbauer gewandt. Die Maßnahme sei jedoch nur sinnvoll, wenn sie in Schwarzenfeld fortgeführt werde.
Von (cv) |
23.07.2008
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Und wir sieht es mit einer Entlastung durch den weiteren Ausbau der B 85 zwischen Schwandorf und Amberg aus? Laut Hofbauer ist im nächsten Bundesverkehrswegeplan mit einer Milliarde Mehreinnahmen aus der Maut zu rechnen. Er hofft, dass auch Mittel für die B 85 geschaffen werden können.
Doch jetzt freut sich die BI erst mal auf die A6-Einweihung am 10. September. "Brauchen wir Eintrittskarten?" Hofbauer konnte Siegfried Neidhart beruhigen: "Natürlich nicht". Neben 300 geladenen Gästen ist auch die Bevölkerung willkommen.
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