Schuldnerberater Michael Imgrund referiert beim BVJ-Projekt über die "Fallen des Alltags"
Sulzbach-Rosenberg. (lz/bba) "Das Leben ist nicht billig", rechnete Michael Imgrund den Jugendlichen in der Berufsschule vor. Für eine Person mit einem Auto müssen als monatliche Lebenshaltungskosten auf einem niedrigen Niveau 1050 Euro an regelmäßigen und auch lebensnotwendigen Ausgaben kalkuliert werden. Damit könne sich aber dieser Mensch keineswegs viele Gegenstände oder Erlebnisse leisten, die beispielsweise durch die Werbung immer wieder angepriesen werden.
Bettina Bauer sowie Wolfgang Lorenz, die Leiter des BVJ-Projekts freuten sich, Michael Imgrund, Schuldnerberater bei der Caritas, für das schulische BVJ-Projekt am Beruflichen Schulzentrum gewinnen zu können. Der Referent, seit über 20 Jahren ein Fachmann auf seinem Gebiet, leitete mit der Filmsequenz "Spaß kostet nix" seine Ausführungen ein.
Spaß kostet Geld
Der Spaß am Leben und mitten im Leben koste aber in den meisten Fällen doch Geld und wer ein wenig über seine eigenen finanziellen Verhältnisse lebt, könne schnell in der Schuldenfalle landen. Imgrund nannte Beispiele von der dringend notwendigen Haftpflichtversicherung über eine sinnvolle Berufsunfähigkeitsversicherung bis hin zu regelmäßigen Ausgaben für das Kraftfahrzeug oder der GEZ. Wenn ein Bürger in finanzieller Not die staatliche Unterstützung von Hartz IV bekäme, bekäme er zum Leben monatlich 347 Euro überwiesen sowie die Kosten der Unterkunft übernommen, insgesamt also etwa 720 Euro.
23.07.2008
| Netzcode: 1471093
Sulzbach-Rosenberg
Dem Lockruf der Werbung widerstehen
Schuldnerberater Michael Imgrund referiert beim BVJ-Projekt über die "Fallen des Alltags"
Eine Verkäuferin beispielsweise, die 800 Euro monatlich verdienen würde, sei mit ihrem Einkommen nur knapp über diesem Minimum und als feste Ausgaben müssten für Miete, Privathaftpflicht, GEZ und Lebensmittel etwa 660 Euro taxiert werden - der Spielraum beispielsweise für ein eigenes kleines Auto sei sehr schmal.
Versuchung ist groß
Als geschütztes und nicht pfändbares monatliches Einkommen bliebe dem Bürger ein Betrag von 989,99 Euro, der keine großen Sprünge in der eigenen Lebensführung zulasse. "Die Versuchung, auf Kredit zu kaufen, ist natürlich groß. Aber auf Pump zu bestellen, das ist der schlechteste Weg, das Leben finanziell auf die Reihe zu bekommen", warnte Imgrund.
Abgesehen von festen Anlagen wie beispielsweise einem Haus verlören vor allem Gebrauchsgegenstände wie Autos deutlich an Wert. Sind die Raten nicht mehr bezahlbar und werde das Girokonto "kaputt", beginne häufig ein unheilvoller Tanz um Miete und Lebensgrundlagen.
Perfekte Verführung
23.07.2008
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Das große Thema Schulden haben besonders mit der heutigen Zeit zu tun, erläuterte der Sozialpädagoge weiter, denn die Preise steigen, Bedürfnisse werden durch die perfekte Verführung der Werbung vielerorts geweckt und der Bürger könne heute immer alles erstehen, also beispielsweise auch Erdbeeren im Winter.
Dazu diene beispielsweise der Kauf oder Erwerb an sich als eine Art Ersatzbefriedigung für die Menschen, wenn es ihm im übrigen Leben nicht so besonders gut gehen würde. Wenn der Überblick aber einmal verloren gehe, würden manchmal schon ein paar tausend Euro an Schulden ausreichen, um sich finanziell an die "Wand geklatscht" zu fühlen, bilanzierte Imgrund.
Sparen ließe sich beim Kauf von Lebensmittel. "Es ist auch heute noch möglich, für 1,50 Euro ein schmackhaftes Essen zuzubereiten." Abschließend durchleuchtete Michael Imgrund noch die Fast-Food-Ketten und die Handy-Verträge und wies auf die Internetseite www.forum-schuldnerberatung.de hin.
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Werner Sperber (195.145.x.x) | 25.07.2008 12:48 Uhr
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