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Milosevic, Karadzic und Mladic: Alles eine Frage des Willens
Kommentar von Stefan Zaruba
Ein dichter Bart ist offenbar das wichtigste Hilfsmittel ehemaliger Staatschefs auf der Flucht. Saddam Hussein ließ sich das Gesicht zuwachsen und verkroch sich in ein Erdloch. Radovan Karadzic ging samt Rauschebart in der Anonymität der Großstadt Belgrad unter. Der Balkan-Kriegstreiber konnte selbst nach dem Ende des Milosevic-Regimes auf Freunde im serbischen Bruderstaat zählen.Zwölf Jahre sind vergangen, seit das UN-Kriegsverbrechertribunal einen Haftbefehl gegen Karadzic erließ. Wer heute mit dem Finger auf die Clique in Belgrad zeigt, die den Serbenführer deckte, der muss auch nach der Verantwortung der internationalen Truppen in Bosnien-Herzegowina fragen. Diese erst Ifor, später Sfor genannte Militärmaschinerie machte lange Zeit keinen Finger krumm, um den Gesuchten dingfest zu machen, als dieser noch in Bosnien weilte. Dass Karadzic nun auch das Exil in Serbien nicht mehr schützen konnte, lag vor allem an der veränderten Großwetterlage. Belgrad würde heute gerne gleichrangig neben den europäischen Hauptstädten stehen. Der Makel, Kriegsverbrecher zu beherbergen, kratzte aber schwer am Ansehen der Donaumetropole.
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