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Sulzbach-Rosenberg
Mehr als blanke Überlebensgrenzen
Regionalbischof Dr. Hans-Martin Weiss stellt Aktion: "1+1 - Mit Arbeitslosen teilen" vor
Sulzbach-Rosenberg. (bt) Zwar unterstützt die evangelische Kirche in Bayern nicht ausdrücklich das angestrebte Volksbegehren des DGB zum Mindestlohn, doch grundsätzlich tritt sie für einen Lohn ein, "von dem jemand auch leben kann", sagte der Regionalbischof Dr. Hans-Martin Weiss aus Regensburg bei der Vorstellung der Aktion "1+1 - Mit Arbeitslosen teilen" in den Räumen des Werkhofes Amberg-Sulzbach. Dabei sollte die Praxis diakonischer Einrichtungen nicht unter den Teppich gekehrt werden.
Heute sei es anscheinend nicht mehr selbstverständlich, Arbeitslosen und gerade Langzeitarbeitslosen mit Respekt und Würde zu begegnen, hob Dr. Hans-Martin Weiss hervor. So sei mit der Agenda 2010 ein Stein ins Rollen gebracht worden, der mit dem Abbau und der Kürzung von Leistungsrechten, aber auch von Abwehr- und Schutzrechten die Rechte von Langzeitarbeitslosen beschränkt.
"Dies widerspricht dem christlichen Verständnis von Menschenwürde, bei dem an mehr gedacht ist als an die Einhaltung von blanken Überlebensgrenzen." Christliche, und das heiße kirchlich rückgebundene Sozialethik habe hier explizit gegenzusteuern, forderte Weiss.
Mehr als materielles Leiden
Vom Verständnis der Welt als Schöpfung Gottes wisse man, dass die Arbeit nicht irgendwas für Menschen ist, sondern Ausdruck ihrer unverwechselbaren Einmaligkeit, formuliert es Günter Brakelmann im Artikel "Arbeit in der Theologischen Realenzyklopädie". Von daher sei Arbeitslosigkeit allemal mehr als nur ein materielles Leiden, es komme darauf an, Hilfe nicht allein in materieller, sondern auch in geistiger und seelsorgerlicher Hinsicht zu leisten, wie das die Aktion 1+1 nach Kräften zu realisieren versuche.
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