Amberg. (hak) Nur knapp am Auftaktsieg sind die Schanzl-Herren vorbei geschrammt. Das Team in der 2. Tennis-Bundesliga verlor in einem wahren Tenniskrimi gegen den Meisterschaftsfavoriten TC Großhesselohe mit 4:5. Andreas Leipert holte für die Amberger den wichtigen dritten Einzelpunkt in einem dramatischen Match.
Die Hiobsbotschaft, dass mit Michal Tabara und Armin Sandbichler gleich zwei Stammspieler fehlen würden, trübte die positive Stimmung ein wenig. "Bis kurz vor diesem Wochenende hofften wir noch, dass beide oder zumindest einer da sein kann, doch leider hatten wir Pech", erklärte Team-Chef Richard Vogel. Der Österreicher Armin Sandbichler laboriert noch immer an einer Bänderverletzung im Sprunggelenk, und auch Michal Tabara kann noch nicht schmerzfrei trainieren.
Aber die Mannschaft ließ sich durch diese schlechten Nachrichten nicht unterkriegen und ging motiviert zur Sache. Der Tscheche Jan Hajek hatte es mit dem Münchner Peter Gojowczyk zu tun. Hajek ging von Beginn an konzentriert zur Sache und hielt seinen 19-jährigen Kontrahenten mit langen Grundlinienbällen auf Distanz (6:1, 6:3).
Im Einzel an Position vier traf Karel Triska auf den Schweden Johan Settergren. In einem verbissenen Match hatte Triska immer wieder in den langen druckvollen Rallyes das Nachsehen. Settergren kämpfte nach mehr als eineinhalb Stunden den Amberger mit 6:4 und 7:5 nieder.
In einem Match, das an Dramaturgie kam zu überbieten ist, siegte Andreas Leipert und sicherte die zwischenzeitliche 2:1-Führung. Den ersten Satz gewann Leipert mit 6:1 und alles schien in trockenen Tüchern zu sein, denn auch der Münchner Philipp Regnat zeigte keine besondere Gegenwehr. Doch plötzlich wurde Leipert zu passiv und machte leichte Fehler, so dass Regnat ins Spiel kam. Den zweiten Satz musste der Amberger mit 1:6 abgeben. Sichtlich angeschlagen von der Satzniederlage lag Andi Leipert auch im letzten Durchgang schnell mit 1:4 im Rückstand. Zu diesem Zeitpunkt sagte Team-Chef Vogel: "Das heißt bei Andi noch gar nichts. Der gewinnt das Ding noch." Und Vogel sollte Recht behalten. Leipert fightete sich ins Match zurück, breakte seinen Widersacher und glich zum 4:4 aus. Dem nicht genug, der Schanzler nahm seinem Kontrahenten wieder das Aufschlagspiel ab und triumphierte am Ende mit 6:4.
In der Spitzenbegegnung hatte Schanzl-Neuzugang Lukas Rosol gegen Daniel Brands wenig zu melden. Rosol verlor gegen den Zwei-Meter-Hünen Brands glatt mit 4:6 und 4:6. Das Nachsehen hatte auch Dusan Lojda. Der 20-Jährige verlor gegen Marcel Zimmermann in drei Sätzen. Einen ungefährdeten Start-Ziel-Sieg legte Michal Navratil hin. Er besiegte den 34-jährigen Österreicher Thomas Schießling mit 6:0 und 6:3.
Nach den Einzel stand es nun 3:3, so dass der Sieger der Partie zwei Doppel gewinnen musste. Erwartet klar gewannen Lojda und Triska ihr Doppel an Position zwei gegen Gojowczyk und Schießling. Guten Chancen auf den Sieg wurden auch Rosol und Hajek eingeräumt, die aber jedoch ihr Match mit 3:6 und 4:6 deutlich verloren.
Alle Hoffnungen lagen nun auf Andreas Leipert und Michal Navratil. Zwar hatten die beiden den ersten Durchgang gegen Zimmermann und Regnat mit 4:6 verloren, ackerten sich allerdings eine 5:0-Führung im zweiten heraus. Zu diesem Zeitpunkt nahm das Drama seinen Lauf. Spiel um Spiel mussten die Amberger sausen lassen bis zum 5:5-Ausgleich. Die ungläubigen Zuschauer schöpften nochmals Hoffnung auf den Gesamtsieg, als die beiden Schanzler mit 6:5 in Führung gingen, aber nach dem Servicegewinn des TC Großhesselohe verloren die Gastgeber den Tiebreak mit 2:7 und damit auch die gesamte Begegnung mit 4:5.
"Ein Beinbruch ist diese Niederlage nicht. Klar hätten wir die Saison gerne mit einem Sieg begonnen, aber unter diesen Umständen geht das so auch in Ordnung", so Vogel.
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