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21.07.2008  | Netzcode: 1468452

Briefe an die Redaktion

"Haben wir wirklich so viel geleistet?"



Zur Diskussion um das Übersiedlerwohnheim erreichte uns folgender Leserbrief einer in der Integrationsarbeit tätigen Organisation:

"Wie weit ist es her mit der Toleranz in unserem schönen Städtchen? Es stimmt schon, dass wir z.B. mit unseren Übergangswohnheimen einen großen Beitrag zur Aufnahme von Spätaussiedlern geleistet haben. Aber haben wir wirklich so viel geleistet? Sicher, es gab Probleme und Beeinträchtigungen (gefühlter Art oder real), jedoch wenn wir genau hinschauen, waren die Schwierigkeiten vergleichsweise gering.

Vergessen wir im Gegenteil nicht manchmal, welche Bedeutung Zuzug von Menschen für uns wirklich hat? Wir alle wissen von der demografischen Entwicklung in Deutschland. Selbst wenn jährlich 300 000 Ausländer mehr ein- als auswandern, wird die Bevölkerung angesichts des negativen Saldos zwischen Lebendgeborenen und Gestorbenen von 82 Millionen auf ca. 75 Millionen 2050 sinken.

Zuwanderung ist nicht nur nötig, um den Bevölkerungsschwund halbwegs aufzufangen, sondern auch für Arbeitsmarkt und Rentenpolitik. Damit z.B. der Bevölkerungsanteil der potenziell Erwerbsfähigen, also der 15-64-Jährigen, bis 2050 konstant bleibt, bräuchte Deutschland nach Berechnungen der UN jährlich im Schnitt etwa 460 000 Zuwanderer!

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