Lagerleben und Schaukämpfe: Nabburger Rittergruppe kehrt an ihren Ursprung zurück
Nabburg. (jua) "Thorsaie" rufen "Bertholds Mannen" ihren Gegnern zu und fordern sie mit diesem Schlachtruf heraus. So tritt die Nabburger Rittergruppe ein paar Mal im Jahr in Aktion. Ihre Begeisterung für Lagerleben und Schaukampf entstand 1992, beim ersten Mittelalterlichen Markt in der heimatlichen Altstadt. Beim Jubiläumsmarkt bewohnte sie nun eines von insgesamt fünf Ritterlagern.
Zehn Männer und fünf Frauen im Alter bis zu 35 Jahren gehören zu der Gruppe, die sich nach dem allerersten Mittelalterlichen Markt bildete. "Damals", erzählt Michael Giesl, "hatten wir weder Erfahrungen noch Hintergrundwissen". Es war mehr so der Spaß an der Freude, der sie in ihrem Hobby zusammenführte. Im Laufe der Jahre holten sie sich Informationsmaterial aus ganz Deutschland. Für die Lebensweisen im einstigen Reich der Salier im 11. Jahrhundert konnten sie sich begeistern. Diesem Adelsgeschlecht (dazu weiterer Artikel) eifern sie seither nach.
"Es ist schon wie eine Sucht", gibt "Sergeant Gislher" ehrlich zu, "und wir haben auch den Ehrgeiz, immer besser zu werden." Inzwischen läuft das Lagerleben ohne Komplikationen ab - so auch am zurückliegenden Wochenende im Schlosshof. Behausung, Ausstattung und alle Utensilien sind das Jahr über ordentlich gelagert und jeder Zeit aufbaubereit. Das Aufstellen des Schau- und Schlafzeltes mit Einrichtungen sowie des Verkaufsstands ist in zwei, drei Stunden erledigt.
Von (jua) |
21.07.2008
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Nabburg
Begeisterung bei "Bertholds Mannen"
Lagerleben und Schaukämpfe: Nabburger Rittergruppe kehrt an ihren Ursprung zurück
Ein teueres Hobby
Rauh waren die Zeiten, in denen Heinrich III. lebte, und die Knechte und Mägde hatten alle Hände voll zu tun. Kleider, Decken, Werkzeug, Geschirr oder Möbel wurden in Handarbeit hergestellt. So auch bei "Bertholds Mannen", die ihre handwerklichen Talente voll zur Geltung bringen können.
Es ist kein billiges Hobby, gestehen sich die "Adeligen" ein. Eine Edeltunika für den Markgrafen zum Beispiel kostet 300 bis 400 Euro, mit authentisch angefertigtem Zubehör sind 1000 Euro bald zusammen. Schwerte, Fidel, Plaketten, Schmuckstücke und sämtliche Kleinteile werden genauestens nach Vorlagen aus historischen Funden angefertigt. Die einfachen Soldaten kommen billiger davon.
Der erste Tag im Lager "Z'Nappurch" beginnt natürlich mit einem ausgiebigen Frühstück. Hirsebrei, Eier mit Speck und weitere Köstlichkeiten zaubert der gelernte Koch Andreas aus dem Topf. So gekräftigt geht es an den Überzug eines 15 bis 20 Kilo schweren, vernieteten Kettenhemdes und des darunter getragenen Gambeson (wattierter Waffenrock als Schutzausrüstung). Verständlich, dass es am Abend für die Kampfritter einer Wohltat gleich kommt, sich mit Hilfe der Edeldame der nicht gerade bequemen Kleidung zu entledigen. Zwischendurch bedarf es eines deftigen Bratens, der etwa vier Stunden am Spieß über dem Lagerfeuer brutzelt. Von den Schaukämpfen kommen die Recken nicht selten mit kleinen Verletzungen zurück, die dann mit der Kunst von "Wunderheilern" verarztet werden. Dunkles Bier, Met und Cidre verpassen den kampfeslustigen Rittern die nötige Bettschwere.
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Begeisterung bei "Bertholds Mannen"
Lagerleben und Schaukämpfe: Nabburger Rittergruppe kehrt an ihren Ursprung zurück
Mit Abenteuerlust
Für die eingespielte Truppe ist es immer wieder ein Abenteuer, sich auf den Weg in eine ganz andere Zeitepoche zu machen. Da ist ihnen auch kein Weg zu weit. Gerne denken sie an einen Ausflug nach England zurück, wo sie an einer Nachstellung der "Schlacht von Hastings" anno 1066 mitwirkten. "Hunderte von Kriegern schreien und kämpfen dort", bekommt Michael Giesl heute noch eine Gänsehaut, wenn er sich erinnert. Trotzdem: Solche Auftritte lieben "Bertholds Mannen", die im richtigen Leben alle in seriösen Berufen tätig sind.
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