Nürnberg
Merkel hart, aber herzlich
CSU feiert die Bundeskanzlerin trotz der Differenzen bei der Pendlerpauschale
Nürnberg. Die Stimmung ist zu Beginn des CSU-Parteitags bei zahlreichen Delegierten ziemlich gereizt. Mit Schweißperlen auf der Stirn erklärt der Forchheimer Abgeordnete Eduard Nöth angesäuert, dass er "am liebsten gleich wieder heimgefahren" wäre. Umweltfreundlich war er mit öffentlichen Verkehrsmitteln angereist, doch als er der U-Bahn entstieg, stand er vor verschlossenen Messetoren.
|
| Blumen für Angela Merkel. Einen Strauß an Komplimenten hatte die CDU-Chefin und Bundeskanzlerin zum Parteitag der Christsozialen mitgebracht. Kein Blumentopf war für die CSU um ihren Vorsitzenden Erwin Huber (links) aber in Sachen Pendlerpauschale zu gewinnen. Bild: dpa |
Sie steigt auch kaum, als der Parteitag beginnt. CSU-Chef Erwin Huber und Ministerpräsident Günther Beckstein ziehen praktisch unbemerkt in die Halle ein, weil der Defiliermarsch zum ersten Mal fast seit Menschengedenken ausbleibt. Wäre da nicht ein sich träge bewegender Pulk an Kameraleuten um sie herum, man wüsste gar nicht, dass gerade die Parteiprominenz dem Podium zustrebt. Etwas Beifall gibt es erst beim Erscheinen von Edmund Stoiber, der sich befreit von aller Ämterbürde an der Seite von CSU-Vize Horst Seehofer "relaxed" seinen Weg durch die Halle bahnt. Als "Ehrenspielführer" müsse er nicht mehr jeden Spielzug kommentieren, sondern nur noch die großen Linien, beschreibt er seine neue Rolle.
Nach einer allseits ignorierten Begrüßung von Generalsekretärin Christine Haderthauer eröffnet der Parteivorsitzende den Konvent offiziell. Die Rede Erwin Hubers plätschert so dahin. Der Beifall ist selbst an den Stellen lau, wo er die Opposition in Bayern eine "schillernde Chaostruppe" nennt. Vielleicht liegt der Mangel an Begeisterung ja daran, dass er solche Attacken mit der gleichen einschläfernden Wirkkraft eines Märchenonkels erzählt, wie er die fleißigen Arbeitnehmer lobt und für eine mittelstandsfreundliche Erbschaftssteuer wirbt. Für viele Delegierte ist sogar die Lektüre des ausliegenden Parteiorgans "Bayernkurier" spannender als der Vortrag des Vorsitzenden.
Merkel bringt Stimmung
Umso mehr bleibt es ein Geheimnis von Parteivize Ingo Friedrich, wie er vor dem Hintergrund des bislang gänzlich unspektakulären Verlaufs den "nächsten Höhepunkt" des Parteitages ankündigen kann - den Gastauftritt der "beliebtesten Politikerin Deutschlands", Angela Merkel. Als die Kanzlerin und CDU-Vorsitzende in ihrem orangefarbenen EM-Blazer in die eher triste Messehalle einzieht, kommt nämlich erstmals so etwas wie Stimmung auf. Nach dem Gruß an die "lieben Freunde der CSU" dauert es zudem keine fünf Minuten, bis Merkel den Saal für sich erobert hat.
Ohne große Umschweife lobt Merkel die CSU und ihre Leistungen für Bayern in Grund und Boden. "Bayern steht schon heute da, wo der Bund noch hin will", bauchpinselt sie ins Plenum hinein. Die Delegierten jubeln, hängen Merkel förmlich an den Lippen. "Die Union in Deutschland kann nur stark sein, wenn die CSU stark ist", setzt sie - die im Vorfeld von München gen Berlin geschickten Unfreundlichkeiten geflissentlich ignorierend - ihr schwesterliches Schönwetterprogramm fort. Die bevorstehende Landtagswahl in Bayern sei wichtig für die gesamte Republik, deshalb werde sie "alles für eine starke CSU" tun.
Als sie dann auch noch ihre Hochachtung für den vor bald 20 Jahren verstorbenen CSU-Übervater Franz Josef Strauß ausdrückt, den sie leider nicht mehr kennenlernen habe dürfen, ohne den sie aber jetzt nicht hier stehen würde, ist es endgültig um die CSU-Anhänger geschehen. Die klatschen nun sogar begeistert Beifall, als Merkel auf ihrem Nein zur Wiedereinführung der Pendlerpauschale beharrt, dem Lieblingsprojekt der CSU-Spitze. "Das Steuerkonzept der CSU geht mit Ausnahme der Pendlerpauschale in die richtige Richtung", umschifft Merkel geschickt diese Klippe.
Blasser Erwin Huber
Dass Merkel auch anders kann, erleben die Delegierten, als sie ordentlich auf den Berliner Koalitionspartner SPD einholzt. Nach den mauen Attacken Hubers auf die Konkurrenz saugen die Delegierten die mit Verve vorgetragenen Hiebe auf die in sich zerrissene "mal Ja, mal Nein-SPD" auf. Am Ende gibt es Standing Ovations und ein spontanes Geburtstagsständchen für die tags zuvor 54 gewordene Kanzlerin. Sollte es wirklich - wie vorab zu hören gewesen ist - Ziel der Parteitagsregie gewesen sein, Merkel die Show des ersten Tages zu überlassen, dann um den Preis, dass Erwin Huber daneben wie ein biederer Provinzpolitiker wirkt. Nicht nur, weil Merkels Blazer der einzige Farbtupfer im übrigen Anzugsgrau ist.
Aul Ihre Frage, ob Erwin Huber der richtige Mann zur Nachfolgeperson des Herrn Erwin Stoiber sei, habe mit Nein abgestimmt.
Nun hat Herr Erwin Huber am Nürnberger Parteitag der CSU selbst bewiesen, dass ich richtig abgestimmt habe.
Die Parteien und deren Abgeordnete entdecken den Wähler wieder und sind um das Wohl des Wählers besorgt. Da Frage ich mich schon nach dem warum? Eigentlich haben unsere "Volksvertreter" sich dauerhaft um das Wohl Volkes zu kümmern oder?
Lassen Sie mich mal nachdenken. Ja ich glaube es fällt mir ein. Die Landtagswahl für Bayern steht an und die jetzige Regierungspartei hat seit längerem ein Umfragetief.
War es nicht die CSU, welche einst die Abschaffung der Pendlerpauschale forderte und durchsetzte? War es nicht die CSU welche zum Wohl der Nichtraucher das schärfste Nichtrauchergesetz in Deutschland durchsetzte?
Nachdem nun Wahlen vor der Tür stehen und manch ein Abgeordneter vielleicht um seinen Wiedereinzug in den Landtag bangt, wird es höchste Eisenbahn endlich die Dinge dem Wähler wieder zu geben, welche man ihn vorher weggenommen hat.
Ja da war doch noch ein Hochgeschwindigkeitszug. Ich glaube der Name war Transrapid oder so ...
Leider bewahrheitet sich eines immer wieder:
Die Wähler werden nur zur Abgabe der Stimme für den Wahltag benötigt. Die Volksvertreter sind sich selbst die Nächsten, wenn mal wieder Wasser - Zitat "wir haben kein Geld und müssen sparen" - gepredigt und Wein - Zitat "Ich komme mit meinen Diäten nicht aus. Sie sich viel zu niedrig. Ja zu einer Erhöhung um 15%" - getrunken wird. Sollte da Volk mal murren, dann werden eilig Geschenke verteilt. Ob sie sinnvoll sind oder nicht, sei einfach mal dahin gestellt.
Was wohl traurige Wahrheit ist, jeder Politiker denkt nur bis nächsten Wahl. Sinnvolle und im ersten Schritt vielleicht auch einmal unangenehme Dinge. da Lobe mir doch den einen oder anderen Lichtblick, wie Dagmar Metzger welche Rückrat zeigt das Wahlversprechen der SPD in Hessen wahr gemacht hat. Der Dank für dieses Rückrat ein angedrohter Ausschluss aus der Partei.



versenden
drucken
Leserbrief
kommentieren



















































