Zum Bericht vom 11. Juli über den Jahresüberschuss im AWO-Kindergarten "Regenbogenland":
"Die Freude der Altenstädter Räte ist bei rein finanzorientierter Betrachtung sicherlich verständlich. Angesichts der Tatsache, dass Träger von Kindertageseinrichtungen landauf, landab über ihr Defizit stöhnen, stellt sich jedoch die Frage, um welchen Preis hier ein positives Betriebsergebnis erkauft worden ist.
Dabei ist durchaus anzuerkennen, dass Kindergärten nach den aktuellen Förderbedingungen je nach Ausgestaltung ihres Angebotes weit höhere Fördermittel von Staat und Kommunen erhalten als zu Zeiten des alten Kindergartengesetzes. Fakt ist aber auch, dass die freien Träger, also Kirchen und Wohlfahrtsverbände, selbst vehement für eine weitere Erhöhung der Fördersätze streiten - immer mit der Begründung, man könne mit den derzeit zur Verfügung stehenden Mitteln keine ordentlichen Rahmenbedingungen in der Kinderbetreuung gewährleisten.
18.07.2008
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Leserbrief
Und da stellt sich dann schon die Frage, wie ein so absolut ungewöhnliches Ergebnis machbar ist. An den Angeboten für die Kinder kann kaum wesentlich gespart worden sein, da die Vorgaben des Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplanes sehr detailliert sind und sich bei gravierenden Verstößen sicherlich auch das Jugendamt als Aufsichtsbehörde einschalten würde. Bleiben also nur mehr Einsparungen auf Kosten des Personals: Ist der gesetzlich empfohlene Anstellungsschlüssel von 1:10 eingehalten? Steht das pädagogische Personal in vollem Umfang für die Förderung der Kinder zu Verfügung, oder müssen beispielsweise die Kinderpflegerinnen nebenher Putzdienste leisten? Haben die pädagogischen Fachkräfte, also Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen, ausreichend Verfügungszeiten für eine professionelle Vor- und Nachbereitung ihrer Arbeit am Kind?
Alle diese Fragen müssten aus gewerkschaftlicher Sicht gestellt werden, um den Widerspruch zwischen dem offiziellen Lamento der Trägerverbände und den hier vorgelegten Zahlen klären zu können. Denn die Altenstädter Gemeinderäte dürfen bei aller Freude über den finanziellen Erfolg nicht übersehen, dass engagierte Mitarbeiterinnen zwar kurzfristig personelle Missstände ausgleichen können, mittel- und langfristig aber die Qualität der gesamten Einrichtung und damit das Wohl der Kinder darunter leiden würden.
Alfons ErnstbergerKOMBA-Kreisvorsitzender
Leserbriefe müssen nicht die Meinung der Redaktion wiedergeben. Die Redaktion behält sich vor, Leserbriefe sinnwahrend zu kürzen.
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