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18.07.2008  | Netzcode: 1465354

Im Ausnahmefall

Die nur noch sporadisch vergebenen "Hitzefrei"-Tage kommentiert eine Leserin:

Meine beiden Kinder, ich war alleinerziehend, sind nicht mehr schulpflichtig. Die Begründung, warum "hitzefrei" weitgehend abgeschafft wird, hat mich dennoch sehr betroffen gemacht. Ich kenne das Chaos, das ausbricht, wenn der Tag nicht dem Plan entspricht. Aber ist es nicht traurig, wenn festgestellt wird: Kinder sollen, ja müssen in der Schule bleiben, weil niemand zu Hause ist, der sie erwartet? Ist das nicht ein Punkt, über den tief und ernst nachgedacht werden sollte?

Wir alle, dem Schulalter entwachsenen, haben irgendwann den Genuss des "hitzefrei" gehabt und es ist doch mehr oder weniger etwas aus uns geworden. Der Verlust des Lernens wurde aufgeholt. Jetzt zeigt sich meines Erachtens ein viel schlimmerer Verlust: der der emotionalen Sicherheit. Die Gewissheit, einen festen Platz zu haben, wo man hingehört und auch immer jemand da ist, der einen erwartet. Wie wichtig ist es für Eltern, dass beide Geld verdienen, obwohl Kindergeld usw. bezahlt wird? Was treibt uns, so materiell geprägt zu sein? Jeder hat viele wichtige, ja zwingende Gründe dafür. Aber geht die Rechnung wirklich auf? Wie viel von dem sauer verdienten Geld wird für Therapien, Medikamente usw. ausgegeben? Weil unsere Kinder immer anfälliger werden für Allergien, chronische Erkrankungen, Verhaltensauffälligkeiten bis hin zu massiven Störungen und hoher Gewaltbereitschaft.

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