SULZBACH-ROSENBERG. Was haben ein selbst fahrender Bierkasten und ein als Flammkuchen-Bäckerei dienender Citroen-Kleinlaster gemeinsam? Richtig: Es sind ganz "besondere Fahrzeuge". Und so heißt auch der Verein, nämlich "Freunde besonderer Fahrzeuge." Seit 25 Jahren findet in Sulzbach-Rosenberg sein großes Fahrzeugtreffen statt. Vergangene Woche war es wieder mal so weit. Aber diesmal trafen sich die besonderen Fahrzeuge auch an einem ganz besonderen Platz: Der "Hochofen-Plaza".
Teilnehmen durfte wie immer jeder, für den sein Fahrzeug etwas Besonderes ist. Oft sind es Träume nicht aus, sondern von der Jugendzeit, die in reiferem Alter wieder Gestalt annehmen. Werner Hoffmann aus Sulzbach-Rosenberg hat sich vor drei Jahren einen Ford Taunus 12 M gekauft, in der damals modischen Mehrfarblackierung. Mit einem genau gleich aussehenden Exemplar ging es in den Sechzigern mit Eltern, Onkel, Tante und Cousin in den Urlaub. "Wir sind immer zu sechst nach Österreich gefahren", erzählt der heute 47-Jährige. Der Taunus, eine deutsch-amerikanische Gemeinschaftsentwicklung, war ein modernes Fahrzeug: Der kurz bauende V4-Motor und der Frontantrieb schufen Platz im Fußraum, so dass sich der kleine Werner auch schon mal vorne quer auf den Boden legen konnte. Auf die durchgehende Sitzbank vorn passten drei Personen, Werner durfte immer vorne in der Mitte sitzen.
17.07.2008
| Netzcode: 1463191
Nostalgie unterm Hochofen
"Besondere Fahrzeuge" auf der Hochofen-Plaza
Sicherheitsgurte gab es damals noch nicht, von Airbags ganz zu schweigen. Man fuhr eben vorsichtiger und auch nicht schnell: Der Taunus lief gerade mal 125 Kilometer in der Stunde. Werner Hoffmann hat sich das alte Kennzeichen nachmachen lassen und schraubt es bei Ausstellungen dran: SUL-K 715.
Gastronom Dieter Wießnet aus Amberg hat auch ein ganz besonderes Fahrzeug. Einen Citroen HY, einen Kleintransporter aus dem Jahr 1975. Seit April ist der Wagen als rollende Flammkuchen-Bäckerei im Einsatz. Dieter Wießnet hat ihn aus Frankreich geholt. "Dort war er als Metzgereifahrzeug im Einsatz." Natürlich gab es die Flammkuchen auch auf der Ausstellung.
Armin Bogner aus Sulzbach-Rosenberg fährt einen Fiat 850 Sport-Spider aus dem Jahr 1970. Und zwar immer, "solang's ned regnet". Auch oder gerade bei den derzeitigen hohen Spritpreisen. "Er braucht ungefähr sechseinhalb Liter", sagt Armin Bogner. Kein Wunder: In der sowieso schon leichten Karosserie des Spider werkelt ein winziges Motörchen mit nur 850 Kubikzentimetern Hubraum. Heute schon wieder etwas Besonderes, das man "Downsizing" nennen würde, gäbe es den Motor in einem neuen Auto.
17.07.2008
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Nostalgie unterm Hochofen
"Besondere Fahrzeuge" auf der Hochofen-Plaza
Einen ganz besonderen Tag muss es im Jahr 1976 für Dolores Nemethi aus Amberg gegeben haben. Damals war sie 20 und bekam ihren MGA. Der war damals schon 15. Heute ist er 47 und immer noch taufrisch. "Er ist 15 Jahre lang gestanden", erklärt Dolores Nemethi. Jetzt sind die Kinder aus dem Haus und der MGA wieder aus der Garage.
Man muss aber nicht unbedingt so einen schönen Sportwagen mitbringen. Auch die "rasende Bierkiste" von Thomas Weiherer ist zweifellos etwas Besonderes und bekam ihren Platz. Aber auch gepflegte Alltags-Autos aus den 80ern können mittlerweile schon etwas "Besonderes" sein. Und was besonders ist und was nicht, entscheidet immer noch allein der Besitzer, findet Vereinsvorsitzende Gerlinde Wendl. Harald Mohr
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