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Von Stefan Zaruba  |  16.07.2008  | Netzcode: 1462018

Für eine Handvoll Dollar: Die zwei Seiten des starken Euro

Kommentar von Stefan Zaruba

Gute Nachrichten für alle, die eine Flugreise gebucht haben: Urlaub im Dollarraum ist so günstig wie nie zuvor. Weil amerikanischen Kreditbanken die Luft ausgeht, bläht sich die Reisekasse auf. So verrückt ist die Finanzwelt. Zehn Euro wechseln und 16 Dollar ausgeben - da macht Shopping in den USA, Zechen in Mexiko oder Tauchen in der Karibik Spaß.

Gute Nachrichten sogar für alle, die mit dem Auto verreisen: Benzin und Diesel sind für Euro-Zahler vergleichsweise günstig. Zwar ächzt jeder beim Volltanken, aber ohne den starken Eurokurs müsste jeder Autofahrer noch mehr hinblättern. Erdöl wird in Dollar gehandelt, und so bekommen Europäer auch den Sprit mit Wechselkurs-Bonus. Ungleich härter trifft es die Amerikaner, wo Berufspendler jetzt in Existenznot geraten.

Zum Aufatmen besteht aber ebensowenig ein Anlass wie zur stolzgeschwellten Brust, nur weil der Euro, das liebste Kind der europäischen Einigungspolitiker, sich derart propper entwickelt. Die Kehrseite der Medaille könnten Auto- wie Flugreisende erleben, sobald es um ihre Urlaubsplanung 2009 geht. Wenn sie sich möglicherweise einschränken müssen, weil ihre Arbeitgeber am Urlaubsgeld sparen müssen. Falls nämlich nächstes Jahr die Weltkonjunktur nicht mehr so brummt wie derzeit, werden deutsche Unternehmen die bitteren Nachteile des starken Euro spüren.

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