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Merkel und das Grünflächenamt: Absurditäten aus Berlin
Kommentar von Albert Franz
Deutschland, deine Symbole. Darf Barack Obama vor dem Brandenburger Tor sprechen? Darf die Bundeswehr am 20. Juli, dem Jahrestag des Hitler-Attentats, auf dem Rasen vor dem Reichstag zum Gelöbnis antreten? Wahlweise: Darf der Scientologe Tom Cruise für seinen Film über das Stauffenberg-Attentat an historischer Stätte, dem Bendler-Block, drehen?Alles Fragen, die ans nationale Selbstverständnis rühren. Aber wer entscheidet? Über den Zugang zum Brandenburger Tor befindet nicht die Bundeskanzlerin, sondern der Berliner Senat. Über den Rasen vor dem Reichstag entscheidet - wer hätte das gedacht - zunächst mal das Grünflächenamt im Bezirk-Mitte. Und Hausherr im Berliner Bendler-Block ist der Bundesfinanzminister.
Weder das Brandenburger Tor noch das Gelände vor dem Reichstag aber sind nationale Heiligtümer. Was hätte sonst die Coca-Cola-Fanmeile zur EM unter der Quadriga zu suchen gehabt, was die adidas-Arena auf dem Platz der Republik zur Fußball-WM 2006?
Nun ja, unter Auflagen durfte schließlich sogar Tom Cruise in den Bendler-Block. Und die Bundeswehr darf nun doch erstmals auf den Rasen vor dem Reichstag, weil Berlins Bürgermeister Klaus Wowereit das Grünflächenamt zur Vernunft gebracht hat.
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