Gegen Ende der zweieinhalbstündigen Debatte in Vilseck wirkte das Auftreten des Straßenbauamt-Vertreters fast arrogant, als er sagte, die Bürger können sich ihren fundiert begründeten Wunsch nach einem Kreisverkehr "aus dem Kopf schlagen". Mit Verlaub, das kann und darf wohl auch ein Abteilungsleiter ohne weitere Abklärung oder Absprache mit seinen Vorgesetzten nicht so einfach vom Tisch wischen. Und den Leuten obendrein mit einer ziemlich unhöflichen Formulierung um die Ohren hauen.
Da hatte Bürgermeister Hans-Martin Schertl ganz Recht, als er forderte, das Straßenbauamt müsse wenigstens mal darüber nachdenken und diesen Bürgervorschlag prüfen. Apropos Bürgerwunsch: Hier muss sich allerdings auch die Stadt Vilseck fragen lassen, warum sie eine solche Diskussionsveranstaltung nicht schon früher gemacht hat. Zumal Schertl als oberster Stadtvertreter die Bedeutung der Maßnahme längst erkannt hatte, sie am Mittwoch selber als "Jahrhundert-Bauwerk" bezeichnete.
Warum hat man die Bürger - abgesehen von der schon lange zurückliegenden Stadtratsentscheidung - nicht schon früher detailliert darüber informiert? Aber das ist ja oft ein Problem der Politik und der Regierenden: Dass sie lieber im eigenen Kreis diskutieren, den Bürger besser draußen halten, der ja eine andere Meinung haben und ihre Konzepte (zer)stören könnte.
Das Beispiel Vilseck hat gezeigt, dass die Bürger sehr wohl mündig sind und gute Ideen und Beiträge zur Sache liefern können, auf die Stadtrat und Verwaltung bisher nicht gekommen sind. Mehrere Augen sehen eben mehr und viele Köpfe denken mehr. Stadtrat und Bürgermeister sind gut beraten, ihre gescheiten Bürger künftig häufiger und frühzeitiger mit einzubinden. Das wäre dann Demokratie auch außerhalb der installierten Parlamente im besten Sinne. Und die täte auch der Stadt Vilseck gut - nicht nur bei einem "Jahrhundert-Bauwerk"!
Amberg-Sulzbach. (aks) Die Sankt-Barbara-Kirche, die Asphaltkapelle und der Gasthof "Zum Steinköppl" stehen im Mittelpunkt der dritten Station von "Kirche und Wirtshaus mit Pfiff" am Sonntag in Etsdorf. Dabei beleuchtet Wilhelm Koch die Geschichte der beiden Gotteshäuser. Der ursprünglich vorgesehene musikalischen Part mit Gerhard Schmidt an der Asphaltkapelle entfällt.
Ihren weltlichen Abschluss findet die Veranstaltung im Gasthof "Zum Steinköppl". Falls die Teilnehmer Interesse haben, stellt hier Wilhelm Koch auch Projekt und Modell der Glyptothek vor. Treff ist um 16 Uhr am Gasthaus "Zum Steinköppl"; die Teilnahmegebühr beträgt vier Euro.
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