BÄRNAU
Minischloss an der Grenze
Bärnauer Verein bringt Leben in den Grenzlandturm
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| Der Grenzlandturm: ein Mini-Schloß im Grünen. (Bilder: Harald Mohr) |
Bis September ist er jeden Sonntag bei schönem Wetter zwischen 14 und 17 Uhr geöffnet. Wanderer können ihn kostenlos besichtigen, und Maria Gleissner bietet Kaffee, Kuchen und Getränke an. Man kann jetzt gegen Bezahlung sogar darin übernachten.
Nichts für Wellness-Touristen freilich: Im Turm gibt es keinen Strom, kein Wasser und überhaupt keine sanitären Anlagen außer einem Campingklo in einem Holzanbau auf der Rückseite. Über eine enge Wendeltreppe erreicht man das Schlafgemach. Dort hat dann Maria Gleissner zwei Kerzen bereitgestellt und frisches Wasser für den Morgen. Wie ganz früher halt. Die Betten stehen übrigens züchtig einen Meter auseinander.
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| Das Grenzlandturm-Team Maria Gleissner und Alfred Wolf, hier mit Tochter Kathrin. Bilder: Harald Mohr |
Der kuriose Turmbewohner sei aber durchaus anerkannt gewesen, so Franz Busl. So habe er die Gabelsberger Kurzschrift in Bayern eingeführt. Im Turm habe Mayer aber nie übernachtet, sondern in einem Holzhaus gleich daneben. Schon zehn Jahre später, im Jahr 1923, starb Franz Xaver Mayer, der Turm drohte zu verfallen.
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| Kerzenlicht und Waschzuber: Wer im Grenzlandturm übernachtet, muss auf die Annehmlichkeiten der Zivilisation verzichten. |
Im Jahr 1991 schenkte die Stadt Weiden den Turm der Familie der Bärnauer Ärztin Dr. Ingild Janda-Busl und des damaligen Kreisheimatpflegers Franz Busl. "Wir haben ihn für 100 000 Mark restauriert", erzählt dieser heute.
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| Alles rund: die Wohnstube im Grenzlandturm. |
Vereinsvorstand Alfred Wolf über die bisherigen Aktivitäten: "Wir haben das Mobiliar der Zeit entsprechend eingerichtet." Man kann sich also jetzt in die Zeit versetzen, als jener Franz Xaver Mayer in den Sommermonaten hier seine Forschungen trieb.
Der Turm hat drei Stockwerke: Unter dem Schlafgemach im Dachgeschoss gibt es einen Raum, der über eine ziemlich wuchtige Steintreppe erreicht wird. Im Erdgeschoss ist noch mal ein Raum, der über eine separate Tür zugänglich ist. Was Franz Xaver Mayer hier genau gemacht hat, ist nicht überliefert. Das Bauwerk wirkt jedenfalls wie ein Miniatur-Märchenschloss gleich an der Grenze: Nur eine schmale Straße liegt zwischen Tschechien und dem wundersamen Turm. Harald Mohr
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