FRIEDENFELS
Vive "La France"
Historische Rosensorten im Pfarrgarten
FRIEDENFELS. Als Klaus Haußmann vor 15 Jahren Pfarrer in Friedenfels wurde, war der kleine Garten vor dem Pfarramt "ziemlich vernachlässigt", erinnert sich der heute 45-Jährige. "Das erste, was ich eingepflanzt hatte, waren drei Rosenstöcke." Inzwischen sind es 80 überwiegend historische Sorten. Darunter die "älteste Gartenrose der Welt", die Rosa gallica, auch Essigrose genannt. Diese wichtige Stammart der heutigen Gartenrosen fand Klaus Haußmann auf dem Friedenfelser Friedhof. Sie kommt immer noch zerstreut wild vor.
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| Pfarrgarten als Rosengarten. (Bilder: Harald Mohr) |
Der Prototyp hatte noch Macken. "Ich habe nur einmal eine offene Blüte gesehen", berichtet Pfarrer Haussmann. Sei's drum, auch eine Knospe kann schön sein. Dass die alten Sorten so lange überlebt haben, hängt damit zusammen, dass sie genetisch einheitlich sind. Vor 1850 pfropfte man nicht eine Knospe einer hochwertigen Sorte einer minderwertigen Sorte auf (Okulieren), sondern grub einfach die Wurzeln einer besonders schönen natürlichen Variante aus und vermehrte sie. "Deshalb können alte Sorten manchmal Jahrhunderte auf einem Standort überleben."
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| Klaus Haussmann. |
In Fernost war man schon weiter. 1824 führte man die "Teerosen" aus China in England ein. Man hatte ihnen Eigenschaften angezüchtet, die man auch von den modernen Gartenrosen kennt: Während die natürlichen Rosen das zarte Rosa ihrer kleinen Blüten nur kurz zeigen, leuchteten die Teerosen lange auch in intensivem Rot, Gelb oder Orange. Sie hatten aber einen entscheidenden Nachteil: "Sie waren nicht frosthart und eher klein."
Nicht optimal für Europa also.
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| Die "La France" aus dem Jahr 1868 ist die erste "moderne" Zierrose der Welt. Bilder: Harald Mohr |
Am Sonntag, 22. Juni, ist es wieder so weit. Pfarrer Haußmann führt zwischen 13 uns 18 Uhr durch seinen Garten. Der Mütterverein Friedenfels verkauft Kaffee und Kuchen. Der Erlös geht an den Verein "Deutsche Hospitalité Notre Dame de Lourdes e.V.", den Baronin Adelheid von Gemmingen-Hornberg leitet. Der Verein unterstützt deutsche Lourdes-Pilger.
Harald Mohr
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