Kathrin Naber ist eine der jüngsten Schiedsrichterinnen in Bayern
Kathrin Naber.
Bei ihrer beruflichen Ausbildung muss sie (noch) strammstehen, ansonsten tanzen die Männer (und Frauen) nach ihrer Pfeife. Kathrin Naber ist eine der jüngsten Fußballschiedsrichterinnen Bayerns, die bereits Spiele in der Bezirksoberliga leitet und bei den Frauen in der 1. Bundesliga als Linienrichterin fungiert. Ab der nächsten Saison wird sie dann als Unparteiische in der 2. Bundesliga eingesetzt.
Das Energiebündel wurde am 3. Mai 1987 in Krummennaab geboren, legte den qualifizierten Hauptschulabschluss in Erbendorf ab und begann eine Ausbildung zur Arzthelferin in Windischeschenbach. Vor drei Jahren schlug die 21-Jährige aber eine andere Richtung ein. Sie ging zur Bundeswehr und wurde Feldwebelanwärterin. Zum Fußball kam Kathrin Naber durch ihren Vater Manfred. Der spielte beim TSV Krummennaab sowie bei der SpVgg Windischeschenbach und legte dann die Schiedsrichterprüfung ab. "Ich bin praktisch auf dem Fußballplatz aufgewachsen", lacht sie. So kam es, dass auch sie mit 17 Jahren Unparteiische wurde. Die ersten Begegnungen leitete sie bei der Jugend. "Die Spieler waren immer freundlich, die Eltern draußen am Spielfeldrand aber nicht immer", erzählt Kathrin Naber. Später, als sie bei den Herren pfiff, lief es manchmal auch nicht gerade schön. Da habe es oft geheißen "Typisch Frau". Die junge Schiedsrichterin hat sich auch damit abgefunden, dass sie und ihre Kolleginnen doppelt und dreifach beobachtet werden. "Aber sonst macht es wirklich Spaß", schmunzelt sie.
19.06.2008
| Netzcode: 1421308
WEIDEN
Männer tanzen nach ihrer Pfeife
Kathrin Naber ist eine der jüngsten Schiedsrichterinnen in Bayern
Auch an ihr erstes Jugendspiel bei der DJK Weiden kann sie sich noch bestens erinnern. "Natürlich war ich aufgeregt, aber mein Vater ist meistens dabei und deshalb eine große Stütze. Genauso wie meine Verwandtschaft, die mein Fanblock ist", lacht die 21-jährige Soldatin. Inzwischen hat sie ihre Nervosität abgelegt, kommt mit den Männern bestens zurecht, was sie auch auf ihren Beruf bei der Bundeswehr zurückführt. "Die Spieler schauen schon mal über einen Fehler hinweg." Und wenn sie einen Spieler vom Platz stellt, ihm die Rote Karte zeigt? "Dann müssen sie es respektieren, genauso wie bei einem Schiedsrichter. Ich bin aber bisher mit relativ wenigen Platzverweisen ausgekommen", sagt Kathrin Naber. "Einige Spieler wurden aggressiv, andere haben es mit einem kleinlauten o.k. hingenommen."
Im Juli beginnt ihre fünfte Saison. Dann ist sie wieder fast an jedem Wochenende unterwegs. Außerdem sie hat Dienst, der geht ihr vor. Bei den Männern pfeift die 21-Jährige inzwischen bis zur Bezirksoberliga, bei den Frauen ist sie bislang Assistentin an der Außenlinie bei Begegnungen bis zur 1. Bundesliga. Nun ist sie bei einem DFB-Lehrgang in Duisburg positiv aufgefallen und darf demnächst Spiele der 2. Frauen-Bundesliga leiten.
19.06.2008
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WEIDEN
Männer tanzen nach ihrer Pfeife
Kathrin Naber ist eine der jüngsten Schiedsrichterinnen in Bayern
Nach den Spielen wird Kathrin Naber von den gastgebenden Vereinen immer zu einer Brotzeit und einem Getränk eingeladen. "Das ist so üblich", erzählt sie. "Dann wird das Spiel meistens nochmal durchdiskutiert. Das ist immer recht lustig." Kathrin Naber aber gibt sich mit ihrem Erfolg als Schiedsrichterin noch nicht zufrieden. Bei den Männern wird sie bereits in der Bayern- und in den Landesligen als Assistentin eingesetzt. Ihr großes Ziel bleibt aber weiterhin ein Fifa-Platz bei den Frauen. Ihr großes sportliches Vorbild ist ihr Vater Manfred, ansonsten schwärmt sie für alle bayerischen Bundesliga-Vereine. "Derzeit stecke ich natürlich auch im EM-Fieber. Ich sehe mir mit den Kollegen jedes Spiel an."
Kathrin Naber bereut auch den Schritt zur Bundeswehr nicht. "Außerdem habe ich jetzt viele Möglichkeiten im DFB-Bereich, werde manchmal freigestellt und kann im Dienst trainieren." Kein Wunder, wenn man von der Schiedsrichterin Kathrin Naber noch einiges hören wird. Klaus Federl
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